Show Less

Veranstalterhaftung im Laufsport

Series:

Yvonne Schuld

Für die Veranstalter von Lauf-Events stellt sich immer wieder die Frage, welche Pflichten gegenüber den teilnehmenden Sportlern bestehen und wie die Haftung ausgestaltet ist. Diese Abhandlung trägt dem Rechnung und analysiert die Veranstalterhaftung im Laufsport unter zivilrechtlichen Aspekten. Es wird dargestellt, welche vertraglichen Bindungen zwischen Veranstalter und Läufer bestehen und inwieweit diese als Grundlage der Veranstalterpflichten dienen. Außerdem werden die Sicherungspflichten des Sportveranstalters gegenüber Athleten im Allgemeinen erörtert, bevor anhand ausgewählter Gefahrensituationen eine ausführliche laufsportbezogene Pflichtenanalyse erfolgt. Abschließend thematisiert die Autorin die Rechtsfolgen von Leistungsstörungen und Pflichtverletzungen durch den Laufveranstalter und untersucht die Zulässigkeit von Haftungsbeschränkungen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

2. Kapitel: Der Sportveranstaltungsteilnahmevertrag als Grundlage der Veranstalterpflichten 27

Extract

27 2. Kapitel: Der Sportveranstaltungsteilnahmevertrag als Grundlage der Veranstalterpflichten Das Verhältnis zwischen Veranstalter und Athlet ist wichtiger Ausgangspunkt aller übrigen Beziehungen im Rahmen einer Sportveranstaltung. Denn ohne Sportler kein „Sport“ und ohne Veranstalter keine „Veranstaltung“. Die rechtli- che Ausgestaltung des Bandes zwischen Organisator und Aktiven ist dabei maß- geblich für die Rechte und Pflichten und somit letztlich für die Haftung der Par- teien. Um den Pflichtenkatalog des Sportveranstalters näher bestimmen zu kön- nen, muss deshalb im Folgenden zunächst untersucht werden, ob vertragliche Bindungen zwischen Organisator und Athlet bestehen. Solche Sportveranstal- tungsteilnahmeverträge könnten spezielle Abreden und Teilnahmebedingungen für das jeweilige Event enthalten und damit die Grundlage der Veranstalter- pflichten bilden. Aufgrund der Schwerpunktsetzung dieser Arbeit sollen freilich die Besonderheiten des Laufsports im Mittelpunkt der Erörterung stehen. I. Vertragsfreiheit und besonderes Vertrauensverhältnis im Sport Die in Art. 1 und 2 GG garantierte Privatautonomie beinhaltet u.a. die Freiheit eines jeden einzelnen, seine Lebensverhältnisse durch Verträge eigenverantwort- lich zu gestalten (Vertragsfreiheit).102 Der Gesetzgeber hat Vorschriften für be- sonders häufige und typische Verträge aufgestellt, z.B. Kauf-, Miet- und Werk- vertrag. Gleichwohl besteht im Schuldrecht – anders als etwa im Sachenrecht – kein Typenzwang.103 Die Parteien müssen also nicht unbedingt einen der gesetz- lich kodifizierten Verträge abschließen. Wenn es ihnen als sinnvoll erscheint, können sie auch verschiedene Typen miteinander kombinieren und diese gleich- sam zu einem neuen Vertragstypus verschmelzen.104 Unabhängig davon, wie die Parteien konkret...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.