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Rhythmisch-tänzerische Bewegung im Unterricht an weiterführenden Schulen

Eine pädagogisch-anthropologische Fundierung in der Nach-PISA-Zeit

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Barbara Heykaus

In diesem Buch wird der Frage nachgegangen, inwiefern rhythmisch-tänzerische Bewegung aus pädagogisch-anthropologischer und bildungstheoretischer Sicht verstärkt in den Schulunterricht einzubinden ist. Nach einer historischen Analyse der Rhythmus- und Tanzbewegung des 20. Jahrhunderts folgt die pädagogische Fundierung des Phänomens rhythmisch-tänzerischer Bewegung auf der Grundlage der anthropologischen Kategorien des Elementaren, der Mimesis und der Leiblichkeit. Ein differenzierter Blick auf die verschiedenen Ebenen der gegenwärtigen Schulpädagogik zeigt schließlich, dass insbesondere die Maßnahmen der Schulpolitik in der Nach-PISA-Zeit äußerst hemmende Faktoren für rhythmisch-tänzerische Erfahrungen im Schulunterricht und damit für eine umfassend humane Bildung darstellen.

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I. Einleitung, Zielsetzung und Vorgehen 11

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11 I. Einleitung, Zielsetzung und Vorgehen Kinder und Jugendliche leben heutzutage nicht nur in einer äußerst ausdifferen- zierten, pluralisierten und fragmentierten Gesellschaft, sondern ebenso in einer Medien- und Konsumlandschaft. Der Einfluss der in ihrer Vielzahl und Viel- fältigkeit zunehmenden Medien (z. B. Computer, Internet, Fernsehen, MP3- Player, Handy etc.) auf die unterschiedlichen Lebensbereiche wächst stetig und entsprechend schnell wandeln sich auch die Rezeptionsgewohnheiten der Heran- wachsenden. Virtuelle Welten bestimmen demnach häufig ihren Alltag und ihr Kommunikationsverhalten. Diese gesellschaftliche Tendenz der Medialisierung verändert Wahrneh- mungs- und Bewusstseinsstrukturen und hat entscheidenden Einfluss auf die Phä- nomene der Leiblichkeit und Bewegung. Denn wenn in einer hochtechnisierten Welt die Möglichkeiten medialer Beschäftigung kontinuierlich zunehmen und virtuelle Erfahrungen ‚aus zweiter Hand‘ den Alltag bestimmen, werden gleich- zeitig Primärerfahrungen, die durch einen unmittelbaren leiblichen Umgang mit den Dingen entstehen, verhindert. So erleben und spüren Kinder und Jugendliche die Wirklichkeit kaum mehr ‚am eigenen Leib‘, sie erkunden ihre Umwelt immer seltener auf eigentätige, schöpferische Weise und erfahren daher auch nicht die Wirksamkeit ihres eigenen leibbezogenen Handelns. Ein unmittelbarer Bezug zum eigenen Selbst und zur Umwelt wird dadurch erschwert. Körperliches Bewegen als Erfahrungsmedium, d. h. als Möglichkeit, die Welt zu entdecken, das eigene leibliche Handeln zu erleben und Erkenntnisse zu ge- winnen, verliert im Zuge des zunehmenden Medienkonsums stark an Bedeutung, da Gelegenheiten für unmittelbare, authentische Bewegungserfahrungen schwin- den. Zudem hat sich körperliche Bewegung nicht nur in quantitativer Hinsicht verändert, sondern...

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