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Rhythmisch-tänzerische Bewegung im Unterricht an weiterführenden Schulen

Eine pädagogisch-anthropologische Fundierung in der Nach-PISA-Zeit

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Barbara Heykaus

In diesem Buch wird der Frage nachgegangen, inwiefern rhythmisch-tänzerische Bewegung aus pädagogisch-anthropologischer und bildungstheoretischer Sicht verstärkt in den Schulunterricht einzubinden ist. Nach einer historischen Analyse der Rhythmus- und Tanzbewegung des 20. Jahrhunderts folgt die pädagogische Fundierung des Phänomens rhythmisch-tänzerischer Bewegung auf der Grundlage der anthropologischen Kategorien des Elementaren, der Mimesis und der Leiblichkeit. Ein differenzierter Blick auf die verschiedenen Ebenen der gegenwärtigen Schulpädagogik zeigt schließlich, dass insbesondere die Maßnahmen der Schulpolitik in der Nach-PISA-Zeit äußerst hemmende Faktoren für rhythmisch-tänzerische Erfahrungen im Schulunterricht und damit für eine umfassend humane Bildung darstellen.

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II. Historische Entwicklung der Rhythmus- und Tanzbewegung im 20. Jahrhundert – pädagogisch-anthropologische Implikationen 17

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17 II. Historische Entwicklung der Rhythmus- und Tanzbewegung im 20. Jahrhundert – pädagogisch-anthropologische Implikationen Am Ende des 19. Jahrhunderts entstand die moderne deutsche Rhythmus- und Tanzbewegung, die das 20. Jahrhundert mit zahlreichen Theorieansätzen, rhyth- mischen Schulen und praktischen Konzeptionen prägte und Einfluss auf Bereiche des Tanzes, Theaters, Sports sowie der Schulpädagogik hatte.1 In kaum einer an- deren Zeit hatten rhythmisch-tänzerische Bewegungsformen einen vergleichbar hohen Stellenwert im pädagogischen Kontext und wurden auf so vielfältige Wei- se in Erziehungs- und Bildungsprozesse integriert wie im 20. Jahrhundert. Dem- entsprechend kam auch die pädagogisch-anthropologische Relevanz der Phä- nomene Rhythmus und Tanz in dieser Zeit besonders zum Tragen, die es im Folgenden durch die Analyse zentraler Konzeptionen rhythmisch-musikalischer Erziehung aufzuzeigen gilt. Zunächst wird erörtert, inwiefern die Entstehung der deutschen Rhythmus- und Tanzbewegung in engem Zusammenhang mit gesellschaftlichen Veränderun- gen steht (Kap. 1), bevor dann zentrale musik- und bewegungsorientierte Ansätze und Konzepte vorgestellt werden, die im Zuge dieser Bewegung entstanden sind (Kap. 2). Im Anschluss an eine kurze Darlegung der Anfänge und wichtiger Vor- bilder (Kap. 2.1), wird ausführlich die einflussreiche rhythmische Gymnastik von JAQUES-DALCROZE behandelt. Eingegangen wird hierbei auf die Grundannahme des Rhythmikers, dass Rhythmus eng mit körperlicher Bewegung verknüpft ist (Kap. 2.2.1), auf die von ihm geprägte Methode (Kap. 2.2.2), seine Kritik am Musikunterricht (Kap. 2.2.3) sowie auf seine Gedanken zum Tanz (Kap. 2.2.4). Schließlich folgt eine kritische Würdigung der Konzeption (Kap. 2.2.5). Der Tatsache...

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