Show Less

Rhythmisch-tänzerische Bewegung im Unterricht an weiterführenden Schulen

Eine pädagogisch-anthropologische Fundierung in der Nach-PISA-Zeit

Series:

Barbara Heykaus

In diesem Buch wird der Frage nachgegangen, inwiefern rhythmisch-tänzerische Bewegung aus pädagogisch-anthropologischer und bildungstheoretischer Sicht verstärkt in den Schulunterricht einzubinden ist. Nach einer historischen Analyse der Rhythmus- und Tanzbewegung des 20. Jahrhunderts folgt die pädagogische Fundierung des Phänomens rhythmisch-tänzerischer Bewegung auf der Grundlage der anthropologischen Kategorien des Elementaren, der Mimesis und der Leiblichkeit. Ein differenzierter Blick auf die verschiedenen Ebenen der gegenwärtigen Schulpädagogik zeigt schließlich, dass insbesondere die Maßnahmen der Schulpolitik in der Nach-PISA-Zeit äußerst hemmende Faktoren für rhythmisch-tänzerische Erfahrungen im Schulunterricht und damit für eine umfassend humane Bildung darstellen.

Prices

See more price optionsHide price options
Show Summary Details
Restricted access

III. Pädagogisch-anthropologische Fundierung rhythmisch-tänzerischer Bewegung 81

Extract

81 III. Pädagogisch-anthropologische Fundierung rhythmisch- tänzerischer Bewegung Im vorherigen historischen Kapitel und damit in der Auseinandersetzung mit we- sentlichen Konzepten der Rhythmus- und Tanzbewegung des 20. Jahrhunderts haben sich zentrale Aspekte, Prinzipien und Ziele rhythmisch-tänzerischer Be- wegung herauskristallisiert. Dadurch konnte gleichzeitig bereits ein erstes Ver- ständnis der Phänomene Rhythmus und Tanz vor pädagogischem Hintergrund angebahnt werden, wobei mehrfach auf eine anthropologische Dimension dieser Erscheinungen angespielt wurde. Mit den Begriffen des Elementaren, des Mime- tischen und der Leiblichkeit kamen anthropologische Phänomene zur Sprache, die für rhythmische Bewegung und Tanz offensichtlich konstitutiv sind. Auch das grundlegende Bedürfnis des Menschen nach rhythmischer Bewegung, die enge Verbindung von musikalischem und leiblichem Rhythmus sowie die angenom- mene identitätsfördernde Wirkung tänzerischer Aktivität verweisen auf anthro- pologische Zusammenhänge. Um diese gewonnenen Einsichten jedoch wissenschaftlich zu stützen und da- mit eine fundierte Argumentationsbasis zu gewinnen, ist es unerlässlich, tiefer- gehende und systematische anthropologische Betrachtungen anzustellen und die angesprochenen Aspekte zu untermauern. Die Anthropologie als eine „gründende Lehre vom Menschen“ (Portmann 1979, 110) sollte grundsätzlich das Fundament allen pädagogischen Denkens und Handelns sein, da Erziehungs- und Bildungs- prozesse nicht gelingen können, wenn die zentralen Wesenszüge des Humanen unberücksichtigt bleiben. In allen vorgestellten Ansätzen und Konzeptionen rhythmisch-musikalischer Erziehung wurde explizit die Leiblichkeit des Menschen betont. Insofern stellt Peter Röthig (1967, 49) zu Recht fest, dass sich in der Rhythmus- und Tanz- bewegung des 20. Jahrhunderts „eine...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.