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Peter der Große als Militärreformer und Feldherr

Peter Hoffmann

Peter der Große wird in seinem Wirken als Militärreformer sowie als Truppenkommandeur und Feldherr geschildert. Mit dem Vergleich der Schlachten bei Lesnaja und bei Poltawa werden neue Akzente gesetzt. Der russische Sieg bei Poltawa wird als ein Streitpunkt in den gegenwärtigen russischen und ukrainischen Auffassungen gewertet. Das «Militärreglement von 1716» erweist sich als Konvolut, die Petrinische Gesetzgebung damit gegenüber der bisherigen Forschung als vielschichtiger. Mit den Petrinischen Reformen setzt sich in Rußland die Herauslösung des Militärs aus der Zivilgesellschaft durch.

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Einleitung: Rußland und sein Militärwesen im 17. Jahrhundert 17

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Einleitung: Rußland und sein Militärwesen im 17. Jahrhundert Will man das Wirken Peters als Militärreformer und Feldherr erfassen, ist ein Blick zurück notwendig. Für eine ausführlichere Darstellung von Staat und Ge- sellschaft Rußlands in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ist auf die allge- meine Literatur zu verweisen, hier können nur einige Hauptlinien unter dem As- pekt des Militärwesens herausgearbeitet werden. In der europäischen Geschichte wird mit dem 17. Jahrhundert der Beginn des Aufstiegs kapitalistischer Verhältnisse verbunden; in Rußland waren jedoch mittelalterlich-feudale Strukturen noch in sich gefestigt und ausbaufähig, auch wenn im Ansatz neue Tendenzen bereits erkennbar wurden.1 Der enger werden- de Kontakt mit den höher entwickelten Ländern Mittel- und Westeuropas, aber auch die sich nach dem Anschluß der Ostukraine 1654 herausbildende neue in- ternationale Stellung Rußlands, zeigten Auswirkungen.2 Noch wurden jedoch die in Rußland weiterhin bestehenden Verhältnisse nicht grundsätzlich infrage gestellt, auch wenn bereits Neues in vielen Bereichen entstand. An erster Stelle ist die Entwicklung von Marktbeziehungen zu nennen. Städte entwickelten sich, wurden zu regionalen Wirtschaftszentren; es festigten sich Handelskontakte zwischen örtlichen Marktplätzen, es begann ein Zusammenwachsen zu größeren Marktregionen, Fernhandelsbeziehungen gewannen an Bedeutung. Im Bereich der gewerblichen Produktion ist der Übergang zur Kooperation und zur manu- fakturähnlichen Großproduktion in Teilbereichen zu beobachten. Im geistig-kulturellen Bereich war – nach der Eingliederung der stärker vom katholischen Westen beeinflußten Ostukraine – die bisherige Abschottung gegen fremde...

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