Show Less

Alternative Freiverkehrssegmente im Kapitalmarktrecht

Zugleich ein Beitrag zur rechtsökonomischen Analyse emittentenbezogener Regulierung durch einen Marktveranstalter und zum System der Segmentierung

Series:

Philipp Storm

Alternative Freiverkehrssegmente (wie z. B. der Entry Standard der Deutschen Börse AG) stellen einen eigenständigen Segmenttypus im nationalen Kapitalmarktrecht dar, der in der nationalen Historie und auch in anderen Nationen mit entwickelten Kapitalmärkten seine Entsprechung findet. Die Arbeit geht zunächst den Charakteristika dieses Segmenttypus sowie der Frage nach, was aus ökonomischer Perspektive für den grundsätzlichen Ansatz alternativer Freiverkehrssegmente spricht, eine staatsferne, reduzierte Regulierung der notierten Emittenten in einem Teilbereich des Börsenmarktes anzubieten. Als Vorfrage zur Einordnung dieser Marktsegmente wird im Folgenden das Prinzip der Marktsegmentierung als eines der Wesensmerkmale des nationalen Kapitalmarktrechts offengelegt. Es stellt sich als ein System der Marktsegmente dar, dem bestimmte Begriffe, Prinzipien und Grundsätze innewohnen. Auf der Grundlage dieses systematischen Verständnisses wird der Frage nachgegangen, ob alternative Freiverkehrssegmente Börsen im materiellen und auch formellen Sinne sowie organisierte Märkte im Sinne der verschiedenen kapitalmarktrechtlichen Vorschriften darstellen und inwiefern diese Normen – insbesondere zur Informationshaftung für fehlerhafte Ad-hoc-Publizität – auf diesen Segmenttypus Anwendung finden sollten.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Kapitel 5 Einordnung in das kapitalmarktrechtliche System der Marktsegmente

Extract

Kapitel 5 Einordnung in das kapitalmarktrechtliche System der Marktsegmente Alternative Freiverkehrssegmente stellen Institutionen des Kapitalmarktes dar, die auf einer intermediären und regulierenden Tätigkeit des Marktveranstalters beruhen1015. Für sie hat sich eine Regulierung auf der Grundlage des Freiver- kehrs der Börsen als typisches Charakteristikum erwiesen1016. Anknüpfend an 1015 Zum Verständnis von Marktplätzen als Wertpapierdienstleistung vgl. Seitz, AG 2004, 497, 498; Spindler, WM 2002, 1325, 1337; Mues, Börse als Unternehmen, 1999, S. 23 ff., 109 ff.; grundlegend bereits Hopt/Baum, in: Hopt/Rudolph/Baum (Hrsg.), Börsenreform, 1997, S. 380. 1016 Zur Eigenschaft alternativer Freiverkehrssegmente als Teilbereiche des Freiverkehrs s. Deutsche Börse AG, Entry Standard, 2006, S. 4; Börse München, M:access, 2005, S. 5; BÖAG, Premium Capital Port, 2006, S. 2, 3; ebenso Assmann, in: Assmann/Schneider (Hrsg.), WpHG, 2006, § 15 WpHG Rn. 43; Versteegen, in: KK-WpHG, 2007, § 2 WpHG Rn. 181; Claussen, Bank- und Börsenrecht, 2008, § 6 Rn. 66; von Rosen, in: Assmann/Schütze (Hrsg.) Hdb KAR, 2007, § 2 Rn. 217; Schanz, Börseneinführung, 2007, § 11 Rn. 60, 66; Harrer/Müller, WM 2006, S. 653, 657 ff.; Leuring/Simon, NJW-Spezial 2006, S. 27; Siller, Kapitalmarktrecht, 2006, § 2, S. 83; Buck-Heeb, Kapi- talmarktrecht, 2007, § 10 Rn. 472; Grunewald/Schlitt, Kapitalmarktrecht, 2007, § 10 S. 210; Schlitt/Schäfer, AG 2006, S. 147; Oelke, BKR 2006, S. 7, 9; Sudmeyer/Rückert/ Ku- the, BB 205, S. 2703; Linn, Der Aufsichtsrat 2005, S. 10; Schwichtenberg, AG 2005, S. 911; nicht ausdrücklich hingegen OLG München, Beschl....

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.