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«Alliancing Contracts» im deutschen Rechtssystem

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Franz Weinberger

Die Bauwirtschaft befindet sich seit Jahren in der Krise. Steigender Wettbewerbsdruck, daraus folgender Preiskampf sowie eine starke Zunahme der Insolvenzen prägen die Branche. Der Allianzvertrag versucht durch seinen kooperativen Charakter neuartige Wege aus der Krise der Bauwirtschaft aufzuzeigen und verstärkt das Projekt in den Vordergrund zu rücken. Allianzverträge kommen bisher nahezu ausschließlich im anglo-amerikanischen Raum zur Anwendung. Ein innovatives Vergütungssystem, eine «no blame – no dispute»-Kultur und das Einstimmigkeitsprinzip tragen dazu bei, alle Parteien auf eine «best for project»-Atmosphäre einzuschwören. Dieses Buch behandelt den Allianzvertrag am Beispiel Australiens sowie seine Umsetzung in deutsches Recht unter besonderer Berücksichtigung des Gesellschafts- und Vergaberechts.

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B. DER ALLIANZVERTRAG AM BEISPIEL AUSTRALIENS 5

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5 B. Der Allianzvertrag am Beispiel Australiens I. Definition Eine Projektallianz ist ein rechtlicher und kommerzieller Rahmen zwischen ei- nem Bauherrn und einem oder mehreren Bauunternehmen, Architekten, Sonder- fachleuten, Dienstleistern, etc. (NEP, Nichteigentümerpartei), um ein Projekt zu „erschaffen“. Der Allianzvertrag führt Unternehmen, die die richtige Einstellung und Befähigung haben, um in einer von Gemeinschaftlichkeit geprägten Atmo- sphäre zu arbeiten, zusammen und vereinigt dadurch auch kommerziellen Inte- ressen. Allianzen haben dabei folgende Grundsätze und Prinzipien:10 alle Vertragsparteien gewinnen und verlieren gemeinsam, je nach Ausgang des Projekts; gemeinsame Verantwortung für das Projekt und gleichmäßige Verteilung aller Risiken und Vergütungen; eine Zusammenarbeit unter Gleichen, jeder hat die gleichen Rechte; Bezahlung der NEP für ihre Leistungen durch ein Vergütungssystem, wel- ches unterteilt ist in: - Kostenerstattung aller den NEP’en entstehenden direkten Kosten nach dem Prinzip der gläsernen Taschen; - eine Vergütung, bestehend aus indirekten Kosten und normalen Gewinn; - ein Bonus/Malus System, das Belohnungen für gute Arbeit und Bestra- fungen für schlechte Arbeit enthält und diese auf alle Parteien gleichmä- ßig verteilt; Einstimmigkeit bei allen wichtigen Fragen und Konflikten; voller Zugang zu und Bereitstellung von den besten Ressourcen aller Ver- tragsparteien; Fokussierung auf Innovationen und Engagement, um herausragende Ergeb- nisse zu erzielen; klare Verantwortlichkeiten und Haftungsumfänge innerhalb einer „no blame – no dispute“-Klausel; Projektteams, die aufgrund ihrer persönlichen Eigenschaften ausgewählt wurden, weil sie für das Projekt am besten geeignet sind; ehrliche und...

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