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Idylle und Tragik im Spätwerk Goethes

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Annette Schneider

Die vorliegende Untersuchung zeigt, daß die Konstellation von Idylle und Tragik nicht nur als Schlüssel für die strukturgesetzliche Eigenart des goetheschen Spätwerks dient, sondern darüberhinaus seinen literaturgeschichtlichen Ort zu kennzeichnen vermag. Die beiden einleitenden Kapitel erstellen durch einen knappen Überblick über die geschichtlichen Wandlungen des Idyllischen und Tragischen die historisch-poetologischen Voraussetzungen, um die spezifische Art ihrer Verschränkung im goetheschen Spätwerk prägnant hervortreten zu lassen. Dessen Analyse bildet den Schwerpunkt der Untersuchung, die, neben den lyrischen Einzelzyklen, den Modifikationen des Idyllischen und Tragischen in drei, jeweils eine Gattung repräsentierenden, Werken nachgeht: dem Roman «Die Wahlverwandtschaften», der Lyrik des «West-östlichen Divan» und der «Faust-II»-Tragödie. Dabei stehen «Divan» und «Faust» komplementär zueinander: Während jener als Idylle im Zentrum das Tragische birgt, ist es in der Faust-Tragödie die Idylle, die die Schnittstellen der dramatischen Struktur, Krisis und Verwandlung, markiert. «Die Wahlverwandtschaften» nehmen eine Sonderposition ein: in ihnen wird die Idylle, Arkadien, als immer wieder verfehlte Intention in ihrer Abwesenheit thematisch.

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DANK 1

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DANK Das vorliegende Buch blickt auf eine lange, immer wieder durch Unterbrechun- gen gezeichnete Entstehungsgeschichte zurück. Daß es trotz aller Hindernisse nun dennoch vorliegt, verdanke ich der Unterstützung vieler Menschen. Gedenken möchte ich an erster Stelle meiner Mutter, Elise Schneider (1923– 1990), die mir unter schwierigen Lebensbedingungen eine hervorragende Erzie- hung und Ausbildung zuteil werden ließ. Prof. Joachim Wohlleben (1936–2004) führte mich in das Werk Goethes ein und setzte durch die Genauigkeit und Differenziertheit seiner philologischen Analysen, die gerade in der intertextuellen und literarhistorischen Perspektivie- rung die Singularität ihres Gegenstandes im Auge behielten, Maßstäbe für mein eigenes Verständnis von philologischer Hermeneutik. Ohne die Begegnung mit der (selbst-)kritischen Intensität und leiden- schaftlichen Genauigkeit des Denkens meines theologischen Lehrers Prof. Friedrich-Wilhelm Marquardt (1928–2002) – eines Denkens, das sich stets seiner Angewiesenheit auf und Abhängigkeit von humanem Handeln bewußt blieb – wäre mein Leben ärmer. Und ohne die fachliche Förderung, die ständige Gesprächsbereitschaft und seinen beistehenden Rat hätte ich es nicht immer wieder vermocht, den abgerissenen Faden der Arbeit wiederaufzunehmen. Großzügig unterstützend, unermüdlich ermutigend, fachlich beratend wa- ren mir über die langen Jahre von der Wiederaufnahme bis zum Abschluß, wann immer ich ihre Hilfe brauchte, Prof. Henrike Lähnemann und Prof. Margy Ger- ber zur Seite. Ihre unerschütterbare Zuversicht überwand immer wieder meine Selbstzweifel. Vom Anfang meines Studiums, einem Sturm-und-Drang-Grundkurs, den Prof. Behrmann und Prof. Wohlleben gemeinsam leiteten, hat sich...

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