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Zwangsheirat und Zwangsehe

Falllagen, rechtliche Beurteilung und Prävention

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Filiz Sütcü

Das Aufzeigen der verschiedenen Fallgruppen von Zwangsheirat, die Motive und die Abgrenzungsproblematik zu arrangierter Ehe sind wesentliche Themen dieser Arbeit. In der Mediengesellschaft wird das Problem der Zwangsverheiratung allzu oft als ein rein türkisch-muslimisches Problem gesehen und in den Kontext einer gescheiterten Integration gebracht. Von Parallelgesellschaften und entrechteten Frauen ist die Rede. Aber die Frage nach den eigentlichen Ursachen und Hintergründen wird nicht gestellt. Diese Studie gibt Antwort auf offene Fragen.

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G. Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse und Thesen 335

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335 G. Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse und Thesen Da eines der Ziele dieser Arbeit das Herausarbeiten der Hintergründe für die Zwangsheirat ist, will ich zunächst hierauf eingehen. Die Durchleuchtung der Lebenssituation der türkischen MigrantInnen in Deutschland und der TürkInnen in der Türkei, die sich für eine traditionelle Le- bensform entscheiden müssen, weil ihre eigenen Familien schon von jeher nach diesen althergebrachten Traditionen gelebt haben, hat zu folgendem Ergebnis ge- führt: Neben der Kultur und der Tradition ist auch die Migrationssituation in Deutschland, aber auch die sog. Binnenmigration in den türkischen Metropolen, insbesondere Istanbul, Ankara und Izmir, Ursache für das Heiratsverhalten dieser Bevölkerungsgruppe. Da in diesen Familien traditionell über den Weg des Ar- rangements geheiratet wird, die Lebensumstände in der Fremde zudem große Entfremdungsängste aufkommen lassen (diese Ängste kombiniert mit schwieri- gen sozialen Verhältnissen, bedingt durch das „Anderssein“ der Minderheiten- gruppe), führt dies dazu, dass Eheschließungen über Vermittlung zu Zwangsver- heiratungen werden können. Dies deshalb, weil die Handelnden glauben, durch den familiären und sozialen Druck so handeln zu müssen. Dieser Druck kann so groß werden, dass über die Köpfe der eigenen Kinder hinweg Entscheidungen getroffen werden, nur um den vorgegebenen Regeln des traditionsverhafteten Systems gerecht zu werden. Da die Eltern selbst in der Regel nichts anderes ken- nen, selbst auch verheiratet wurden, vermögen sie den Unterschied zwischen ei- ner arrangierten Eheschließung, in der „idealerweise“ die erwachsene Tochter...

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