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Gnadenrecht

Der Beitrag von Hans Adolf Dombois zur Fundamentalkanonistik

Reinhold Sebott SJ

Das katholische Kirchenrecht befindet sich seit mindestens 50 Jahren in einer Krise. Die Rechtsverdrossenheit in der Kirche ist groß, der Überdruß an allem Institutionellen wächst stetig. Man empfindet es fast nur noch als Last und Beengung, kaum noch als Hilfe, Schutz und Lebensweisung, was es ja doch eigentlich sein will und auch sein sollte. An diesem Punkt setzt der Autor, der bereits mit einem früheren Werk über Fundamentalkanonistik hervorgetreten ist, ein. Er möchte die Ergebnisse der Grundlagendiskussion, die in der evangelischen Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg stattgefunden hat und die mit den Namen von Karl Barth, Johannes Heckel und Erik Wolf verbunden ist, für die katholische Kirche fruchtbar machen. Dies exemplifiziert er an dem Werk von Hans Adolf Dombois (1907-1997). Das Buch hat 2 Teile. Im ersten legt der Autor die Lehre von Dombois in 7 Abschnitten dar; im zweiten würdigt er (in 7 Kapiteln) den Beitrag von Dombois für einen Aufbau der Fundamentalkanonistik. Die Studie möchte helfen, die Grundlagenproblematik des Rechts in der katholischen Kirche neu zu bedenken.

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Epilog 299

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299 Epilog Am Ende geht der Blick noch einmal auf das Ganze, und es soll ver- sucht werden, dieses thesenartig zusammenzufassen. 1. Ralf Dreier hat den Versuch gemacht, die drei Bände von RdG in ein Gesamtwerk zu ordnen, einen Versuch, den ich in meinem Buch übernommen habe. Band 2 wird dabei als Achse verstanden, dem sich die übrigen sechs Teile symmetrisch an lagern. Die drei Teile von Band 1 gehen Band 2 voran, die drei Teile von Band 3 folgen Band 2. So ergibt sich ein System von sieben Teilen (in meiner Ein teilung: von sie- ben Abschnit ten). In dieses System der sieben Abschnitte werden auch andere Werke von Dombois (bezüglich der Fundamentalkanonistik) ein getragen. 2. Zu den Voraussetzungen, die geklärt sein müssen, wenn man Grundlegung und Theologie des Kirchenrechts behandeln will, rechnet Dombois das Methodenproblem, die Rechtsstruktur des Gottesverhält- nisses und die Verknüpfung von Gerechtigkeit und Gnade. In Tl. 1, Abschn. 1 geht es also um den Begriff des Rechts in der Kirche.1 Bei der Methode geht es vor allem darum, den rich tigen Kirchenrechtsbegriff zu ermitteln und zu beschreiben. Dabei streiten vier Begriffe miteinan- der: der additive, der dialek tische, der konsekutive Kirchen rechtsbegriff und jener, bei dem Kirche und Recht identisch sind. Beim additiven Kir- chen rechtsbegriff wird die Kirche zunächst ohne Recht gedacht. Das Recht kommt dann erst dazu. Beim dialektischen Kirchen rechtsbegriff werden zwei (in sich gegensätzliche) Momente (eben die Kirche und das Recht) aufeinander bezogen....

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