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Das Antidiskriminierungsrecht und seine Folgen für die kirchliche Dienstgemeinschaft

Eine Bestandsaufnahme nach Erlass der Richtlinie 2000/78/EG und ihrer Umsetzung durch das deutsche Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) unter besonderer Berücksichtigung der Loyalitätsobliegenheiten im kirchlichen Dienst

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Daniela Fink-Jamann

Vor dem Hintergrund des in Umsetzung europäischer Vorgaben ergangenen Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) geht die Arbeit der Frage nach, ob und inwieweit die bislang im kirchlichen Dienst praktizierte Einstellungs- und Kündigungspraxis sowie die Auferlegung bekenntnisbestimmter Loyalitätsobliegenheiten weiterhin Bestand haben können. Im Mittelpunkt der Darstellung steht eine Analyse der zugunsten der Religionsgemeinschaften geschaffenen Ausnahmeregelung des § 9 AGG, die vom Verbot der Ungleichbehandlung wegen der Religion oder Weltanschauung unter den dort normierten Voraussetzungen befreit. Nach einer umfassenden Untersuchung der Europarechts- und Verfassungskonformität der Norm werden die praktischen Auswirkungen des Antidiskriminierungsrechts auf Beschäftigungsverhältnisse im kirchlichen Dienst anhand der einzelnen Stadien des Arbeitsverhältnisses beleuchtet. Dabei kommt die Verfasserin zu dem Ergebnis, dass der deutsche Gesetzgeber mit § 9 AGG eine Regelung geschaffen hat, aufgrund derer die Frage nach der Gemeinschaftsrechtsfestigkeit des kirchlichen Arbeitsrechts zugunsten des verfassungsrechtlich verbürgten Selbstbestimmungsrechts der Kirchen beantwortet wurde.

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Inhaltsverzeichnis

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Einleitung und Gang der Untersuchung ____________________________ 23 A. Grundlagen, Inhalt und Grenzen der Loyalitätsobliegenheiten im kirch- lichen Dienst – Kofliktfelder einer Antidiskriminierungspolitik und -ge- setzgebung _______________________________________________ 27 I. Loyalitätsobliegenheiten – eine Besonderheit des kirchlichen Diens- tes? __________________________________________________ 28 1. Loyalitätsanforderungen im weltlichen Arbeitsverhältnis ______ 29 a) Allgemeine Leistungstreue- und Verhaltenspflichten im welt- lichen Arbeitsverhältnis _____________________________ 29 b) Besondere tendenzrechtliche Treuepflichten im weltlichen Arbeitsverhältnis ___________________________________ 30 2. Loyalitätsanforderungen im kirchlichen Arbeitsverhältnis _____ 31 a) Abgrenzung vom bloßen Tendenzschutz ________________ 31 b) Die christliche Dienstgemeinschaft – Leitbild kirchlicher Loyalitätsobliegenheiten _____________________________ 33 aa) Der Begriff der Dienstgemeinschaft _________________ 33 bb) Die Bedeutung der christlichen Dienstgemeinschaft in Be- zug auf die Festlegung kirchenspezifischer Loyalitätsob- liegenheiten ___________________________________ 35 3. Ergebnis ____________________________________________ 37 II. Das Selbstbestimmungsrecht der Kirchen – verfassungsrechtliche Grundlage der Loyalitätsobliegenheiten im kirchlichen Dienst ____ 37 1. Schutzbereich des kirchlichen Selbstbestimmungsrechts _______ 38 a) persönlicher Schutzbereich – Begriff der „Religionsgesell- schaft“ ___________________________________________ 38 b) „Ordnen und Verwalten“ ____________________________ 39 c) „Eigene Angelegenheiten“ ___________________________ 40 aa) Allgemeines ___________________________________ 40 bb) Kirchliches Dienst- und Arbeitsrecht als „eigene Ange- legenheit“ _____________________________________ 42 cc) Die Festlegung kirchenspezifischer Loyalitätsobliegenhei- ten als „eigene Angelegenheit“ ____________________ 44 10 (1) Die frühere Rechtsprechung des Bundesarbeitsge- richts – abgestufte Loyalitätspflichten ____________ 45 (2) Der Grundsatzbeschluss des Bundesverfassungsge- richts – kircheneigene Kompetenz zur funktionsunab- hängigen Festlegung von Loyalitätsanforderungen __ 46 2. Die Schranken des kirchlichen Selbstbestimmungsrechts ______ 47 a) Der Inhalt der Formel: das „für alle geltende Gesetz“ ______ 47 aa) Literaturansichten _______________________________ 48 bb) Die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ____ 49 (1) Die „Jedermann-Formel“ ______________________ 49 (2) Die Lehre von der Güterabwägung _______________ 50 (a) Grundsätze ______________________________ 50...

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