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Die Dramaturgie demokratischer Imperien

Über das Verhältnis von Imperialität und Demokratie in der Debatte um das "American Empire</I>

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Floris Biskamp

In den von politischer Wissenschaft und Publizistik mit großer Leidenschaft bestrittenen Debatten darüber, ob die Welt es mit einem American Empire zu tun hat und was dies bedeutet, ist stets ein Fragenkomplex zentral: In welchem Verhältnis stehen Demokratie und Imperialität zueinander? Verbreitet und schützt das Imperium Demokratie oder zerstört es sie? Und kann eine Demokratie überhaupt ein Imperium aufrechterhalten? Floris Biskamp analysiert die Debatten der letzten Jahre im Hinblick auf diese Fragen und kommt zu dem Ergebnis, dass Demokratie und Imperialität in einem Spannungsverhältnis stehen, das eine «Dramaturgie demokratischer Imperien» entfesselt.

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Vorwort 9

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9 Vorwort Die Debatte darüber, ob die Welt es mit einem „American Empire“ zu tun hat und was dies bedeutet, ist aus vielen Gründen einer genaueren Betrachtung wert. Zu diesen gehört die politische Leidenschaft, mit der sie geführt wird, ebenso wie das theoretische Erklärungspotential, das sie bereithält, sowie die Tatsache, dass sich an ihr die typischen Positionen außenpolitischer Diskussionen in den USA aufzeigen lassen. Eine der in der Debatte aufgeworfenen Kernfragen ist die nach dem Verhältnis von Imperialität und Demokratie. Verbreitet und schützt das Imperium Demokratie oder zerstört es sie? Und kann eine Demokratie überhaupt ein Imperium aufrechterhalten? Eben diesen Fragen widmet sich die- ses Buch. Sicherlich enttäuscht wird dabei, wer ein Stück jener insbesondere in Deutschland viel zu verbreiteten Literatur erwartet, die in der US-Außenpolitik und ihren universalistischen Idealen nichts als eine gewaltsame und durch einen ideologischen Schleier schlecht getarnte imperialistische Interessenpolitik mit dem Ziel ökonomischer Ausbeutung oder der Weltherrschaft erkennt. Zwar liegt es mir fern zu bestreiten, dass bei den Entscheidungen, ob und wann militärische und sonstige Mittel für Demokratie und Menschenrechte eingesetzt werden, doppelte Standards angelegt werden, dass diese Entscheidungen mit Interessen verbunden sind und dass amerikanische Interventionen teils großes Leid mit sich brachten. Doch hoffe ich, dass die Überlegungen in diesem Buch zeigen, dass einer „Analyse“, die amerikanische Politik hierauf reduziert, vieles – und wahr- scheinlich gerade das Interessanteste – entgeht. Dass solche Thesen gerade in Deutschland, das durch eine amerikanische...

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