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Die Dramaturgie demokratischer Imperien

Über das Verhältnis von Imperialität und Demokratie in der Debatte um das "American Empire</I>

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Floris Biskamp

In den von politischer Wissenschaft und Publizistik mit großer Leidenschaft bestrittenen Debatten darüber, ob die Welt es mit einem American Empire zu tun hat und was dies bedeutet, ist stets ein Fragenkomplex zentral: In welchem Verhältnis stehen Demokratie und Imperialität zueinander? Verbreitet und schützt das Imperium Demokratie oder zerstört es sie? Und kann eine Demokratie überhaupt ein Imperium aufrechterhalten? Floris Biskamp analysiert die Debatten der letzten Jahre im Hinblick auf diese Fragen und kommt zu dem Ergebnis, dass Demokratie und Imperialität in einem Spannungsverhältnis stehen, das eine «Dramaturgie demokratischer Imperien» entfesselt.

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Einleitung 11

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11 Einleitung „Es gibt nur ein perspektivisches Sehen, nur ein perspektivisches ‚Erkennen’; und je mehr Affekte wir über eine Sache zu Worte kommen lassen, je mehr Au- gen, verschiedne Augen wir uns für dieselbe Sache einzusetzen wissen, um so vollständiger wird unser ‚Begriff’ dieser Sache, unsre ‚Objektivität’ sein. Den Willen aber überhaupt eliminiren, die Affekte samt und sonders aushängen, ge- setzt, dass wir dies vermöchten: wie? hiesse das nicht den Intellekt castrieren?” Friedrich Nietzsche (1999, 365, Hervorhebungen im Original) „Wer die Erfahrung des Vorrangs der Struktur über die Sachverhalte sich nicht verbauen lässt, wird nicht, wie meist seine Kontrahenten, Widersprüche vorweg als solche der Methode, als Denkfehler abwerten und sie durch die Einstimmigkeit der wissenschaftlichen Systematik zu beseitigen trachten. Statt dessen wird er sie in die Struktur zurückverfolgen, die antagonistisch war, seit es Gesellschaft im nachdrücklichen Sinne gibt.“ Theodor W. Adorno (1997, 357) Seit mit dem Zerfall zunächst des sowjetischen Machtblocks und dann der Sow- jetunion selbst auch das alte, bipolar genannte Verhältnis der Kräfte verschwun- den ist, stellt sich die Frage nach Charakter und Begriff der Weltordnung neu. Zahlreiche Konzepte wurden wieder aufgegriffen oder neu erdacht, um sie zu beschreiben und zu erklären. Dazu zählten die Reformulierung neorealistischer Theorie internationaler Beziehungen durch John J. Mearsheimers The Tragedy of Great Power Politics (Mearsheimer 2001), die Radikalisierung des liberalen oder, wie es im deutschen Kontext heißt, idealistischen Paradigmas durch Fran- cis Fukuyamas The End of History...

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