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«Leoninische Vereinbarungen» und Ergebnisbeteiligungspflicht im deutschen und italienischen Gesellschaftsrecht

Zum "patto leonino</I> des italienischen Rechts und möglichen Entsprechungen im deutschen Recht

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Henning Frase

Der Vergleich der Gesellschaftsrechtsordnungen hat neue praktische Relevanz gewonnen. Die Arbeit untersucht die deutsche und eine wichtige romanische Gesellschaftsrechtsordnung, die italienische. Im Mittelpunkt steht die Frage nach der Ergebnisbeteiligung eines Gesellschafters. Ausgangspunkt ist die Vorschrift zum patto leonino des Codice civile. Diese besagt: « Die Vereinbarung, nach der einer oder mehrere Gesellschafter von jeder Beteiligung am Gewinn oder an Verlusten ausgeschlossen sind, ist nichtig». Die Norm greift die societas leonina nach Römischem Recht auf. Sie berührt grundsätzliche Fragen der gesellschaftsrechtlichen Dogmatik. Die Untersuchung steht exemplarisch für eine rechtsvergleichende Auseinandersetzung mit dem romanischen Rechtskreis. Das deutsche Gesellschaftsrecht folgt einer liberaleren Logik. Nur im Recht der stillen Gesellschaft ist die Ergebnisbeteiligung eines Gesellschafters konstitutiv für das Vorliegen einer Gesellschaft. Zumindest im Recht der Personenhandelsgesellschaften erscheint es lohnenswert, wie im italienischen Recht über die Vermittlung der Gesellschafterstellung «über das Ergebnis» als alternatives Kriterium nachzudenken.

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Inhaltsverzeichnis

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A. Einführung ..........................................................................................................13 I. Vorbemerkungen.................................................................................................... 15 II. Zur rechtsvergleichenden Methode ..................................................................... 16 III. Literatur und Rechtsprechung im Überblick ...................................................... 17 IV. Gang der Darstellung............................................................................................. 18 B. Die societas leonina in der Rechtsgeschichte .....................................................19 I. Die Fabel von der Löwengesellschaft bei Äsop und Phädrus .......................... 19 II. Römisches Recht.................................................................................................... 20 1. Gewinnausschluss .............................................................................................. 21 2. Ausschluss von der Verlusttragungspflicht .................................................... 22 III. Mittelalter und frühe Neuzeit ............................................................................... 22 1. Glossatoren: Neuentdeckung der societas leonina ........................................ 23 2. Dekretisten: Verlustbeteiligung essentiell für Gesellschafterstellung ........ 24 3. Postglossatoren: Zinsverbot und contractus trinus ........................................ 24 4. Zwischenergebnis .............................................................................................. 27 IV. 16./17. Jahrhundert: Spaltung der Rechtsentwicklung in Italien und Deutschland .................................................................................................................... 27 1. Reformation – Beschränkung der päpstlichen Autorität............................... 27 2. Aufklärung und Naturrecht............................................................................... 27 3. Gemeines Recht ................................................................................................. 28 4. Zwischenergebnis .............................................................................................. 28 V. Einfluss der Naturrechtskodifikationen .............................................................. 29 1. Preußisches Allgemeines Landrecht (1794) ................................................... 29 2. Code civil (1804) ............................................................................................... 29 3. Österreichisches ABGB (1811) ....................................................................... 30 4. Zwischenergebnis .............................................................................................. 31 VI. Das deutsche Bürgerliche Gesetzbuch (1900) ................................................... 31 VII. Frankreich und Italien - „ Objektivierung“ des Verbots einer isolierten Verlustzuweisung........................................................................................................... 32 VIII. Zwischenergebnis................................................................................................. 33 C. Der Patto leonino des italienischen Rechts.........................................................33 I. Entstehungsgeschichte .......................................................................................... 34 II. Zum Normzweck ................................................................................................... 35 1. Erste Ansicht: Separate Betrachtung ............................................................... 35 a) Gewinnausschluss unvereinbar mit Wesen der Gesellschaft ................... 35 b) Verlustausschluss als unzulässige Übervorteilung – im Einzelnen abweichende Begründung..................................................................................... 36 2. Zweite Ansicht: Einheitliche Betrachtung - Vermeidung eines Interessenkonflikts, Verbot „ unbeschränkter Unverantwortlichkeit ................... 36 3. Kassationsgerichtshof: Einheitlicher Normzweck......................................... 37 4. Neuere Ansicht: Weitgehend deklaratorische Vorschrift ............................. 38 5. Zum Streitstand .................................................................................................. 39 8 III. Anwendbarkeit von Art. 2265 c.c....

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