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Der Umgang mit überzähligen Embryonen in Deutschland und Südkorea

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Min Su Choi

Der Umgang mit überzähligen Embryonen, die nach einer In-vitro-Fertilisation entstanden sind, aber nicht mehr für eine Schwangerschaft benötigt werden, beherrscht seit einigen Jahren die gesellschaftliche Debatte. Umfang und Grenzen des Schutzes menschlicher Embryonen werden kontrovers diskutiert. An dieser Stelle treten viele verfassungsrechtliche und zivilrechtliche Probleme hinsichtlich des Status der Embryonen in vitro auf. In dieser Untersuchung werden durch Rechtsvergleichung zwischen Deutschland und Südkorea die Zulässigkeit der möglichen Verfahrensweise mit überzähligen Embryonen – Kryokonservierung des Embryos, Verwendung für medizinische und wissenschaftliche Forschung oder pränatale Embryoadoption – in beiden Ländern dargestellt und analysiert.

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Der erste Teil: Grundlagen

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Einleitung Am 25. Juli 1978 wurde das erste außerhalb des Mutterleibs gezeugte Kind in Cambridge (England) geboren. Seit der Geburt des ersten mit einer In-vitro- Fertilisation (IVF) gezeugten Kindes – des „Retortenbabys“ Louise Brown – kam es in den letzten Jahrzehnten zu einem schnellen Fortschritt im Bereich der Reproduktionsmedizin. Vor allem die extrakorporale künstliche Befruchtung und die mit ihr verbundenen Möglichkeiten der Humangenetik haben sowohl aus medizin-ethischer Sicht als auch aus juristischer Perspektive heftige Diskus- sionen in der Gesellschaft ausgelöst.1 Seit Entwicklung der Methode der In-vitro-Fertilisation (IVF) können menschli- che Gameten (Ei- und Samenzelle) in einem frühen Stadium außerhalb des men- schlichen Körpers befruchtet und in Kultur gehalten werden. Darüber hinaus las- sen sich menschliche Gameten im Rahmen der Reproduktionsmedizin zielge- richtet einsetzen. Hinzu kommt die Möglichkeit, Ei- und Samenzellen oder Embryonen zu spenden, was zur Unterscheidung zwischen sozialer und geneti- scher Elternschaft führt. Dieses Verfahren wird durch die Übertragungsmög- lichkeit des Embryos in vitro ergänzt.2 Durch die rasante Entwicklung der assistierten Reproduktion ist es möglich ge- worden, auf Embryonen außerhalb des Mutterleibes zuzugreifen und sie zu er- forschen. Es entbrannte die Debatte, ob Embryonen für die Stammzellgewin- nung genutzt werden können bzw. Eizellen für das therapeutische Klonen ge- wonnen werden können. Die Forschung an Embryonen führte in Deutschland und in anderen Ländern zu einer heftigen Diskussion. Seit langer Zeit werden in vielen Ländern intensiv Umfang und Grenzen des Schutzes...

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