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Der Umgang mit überzähligen Embryonen in Deutschland und Südkorea

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Min Su Choi

Der Umgang mit überzähligen Embryonen, die nach einer In-vitro-Fertilisation entstanden sind, aber nicht mehr für eine Schwangerschaft benötigt werden, beherrscht seit einigen Jahren die gesellschaftliche Debatte. Umfang und Grenzen des Schutzes menschlicher Embryonen werden kontrovers diskutiert. An dieser Stelle treten viele verfassungsrechtliche und zivilrechtliche Probleme hinsichtlich des Status der Embryonen in vitro auf. In dieser Untersuchung werden durch Rechtsvergleichung zwischen Deutschland und Südkorea die Zulässigkeit der möglichen Verfahrensweise mit überzähligen Embryonen – Kryokonservierung des Embryos, Verwendung für medizinische und wissenschaftliche Forschung oder pränatale Embryoadoption – in beiden Ländern dargestellt und analysiert.

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2. Kapitel: Der Umgang mit überzähligen Embryonen 149

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149 2. Kapitel: Der Umgang mit überzähligen Embryonen Als „überzählig“ werden Embryonen bezeichnet, die zwar nach IVF entstanden sind, aber aus vielfältigen Gründen zur Herbeiführung der Schwangerschaft nicht verwendet werden können.573 Obgleich das ESchG die Erzeugung des menschlichen Embryos in vitro nur in einer bestimmten Zahl und nur zum Zweck der Durchführung einer Schwangerschaft erlaubt 574 und dadurch die Entstehung von überzähligen Embryonen zu verhindern versucht, ist das Entste- hen überzähliger Embryonen nie völlig ausgeschlossen. Denn es besteht immer die Möglichkeit, dass sich zwischen der Herstellung der Embryonen in vitro und dem Transfer in den weiblichen Körper Dinge ereignen (etwa wegen des Ver- sterbens oder einer Willensänderung der Frau), die eine Übertragung nicht zu- stande kommen lassen.575 Die in vitro erzeugten überzähligen Embryonen finden in diesem Fall ohne die Implantation in den Uterus bald ihr natürliches Ende. Da eine unbegrenzte Kryokonservierung nicht möglich ist, muss der Embryo nach geltendem Recht absterben. Er ist daher dem Tode „geweiht“. Aus diesem Grund ist hier der Verbleib zuviel erzeugter Embryonen die Kernfrage. § 2 ESchG verbietet allerdings die missbräuchliche Verwendung menschlicher Embryonen und untersagt auch das Veräußern oder das nicht dem Zweck der Erhaltung des Embryos dienende Abgeben, Erwerben oder Verwenden des Embryos.576 Das ESchG schweigt jedoch darüber, was in dieser Situation positiv zu tun ist und mit dem überzähligen Embryo geschehen soll, wenn der gesetz- lich allein anerkannte Zweck der Herbeiführung...

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