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Der Umgang mit überzähligen Embryonen in Deutschland und Südkorea

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Min Su Choi

Der Umgang mit überzähligen Embryonen, die nach einer In-vitro-Fertilisation entstanden sind, aber nicht mehr für eine Schwangerschaft benötigt werden, beherrscht seit einigen Jahren die gesellschaftliche Debatte. Umfang und Grenzen des Schutzes menschlicher Embryonen werden kontrovers diskutiert. An dieser Stelle treten viele verfassungsrechtliche und zivilrechtliche Probleme hinsichtlich des Status der Embryonen in vitro auf. In dieser Untersuchung werden durch Rechtsvergleichung zwischen Deutschland und Südkorea die Zulässigkeit der möglichen Verfahrensweise mit überzähligen Embryonen – Kryokonservierung des Embryos, Verwendung für medizinische und wissenschaftliche Forschung oder pränatale Embryoadoption – in beiden Ländern dargestellt und analysiert.

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Der vierte Teil: Das Ergebnis der Rechtsvergleichung 231

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231 Der vierte Teil: Das Ergebnis der Rechtsvergleichung 1. Unter überzähligen Embryonen versteht man die menschlichen Embryonen, die zunächst mit dem Ziel Transfers auf eine Frau erzeugt wurden, dann aber nicht unmittelbar transferiert, sondern für längere Zeit kryokonserviert werden. Ob- wohl das ESchG die Entstehung von überzähligen Embryonen zu verhindern versucht, ist die Entstehung überzähliger Embryonen nie völlig ausgeschlossen. Wie oben dargelegt wurde, stellt die Behandlung von überzähligen Embryonen in Deutschland eine Gesetzeslücke dar. Während das koreanische BioEG aus- drücklich zwei Lösungsmodelle für die überzähligen Embryonen - Vernichtung nach der Kryokonservierung und die Nutzung zum Zwecke der Forschung - normiert, gibt es keine Regelung im ESchG, was mit den überzähligen Embryo- nen geschehen soll. Dies bedeutet, dass das Schicksal der überzähligen Embryo- nen den bei der Entstehung des Embryos beteiligten Medizinern rechtlich über- lassen wurde. Aus diesem Grund hat der deutsche Gesetzgeber den Umgang mit überzähligen Embryonen deutlich zu regulieren. 2. Die deutsche herrschende Lehre vertritt hinsichtlich des Lebensschutzes und der Menschenwürdegarantie des Embryos in vitro die Meinung, dass er bereits ab der Kernverschmelzung von Samen- und Eizelle in dem Schutzbereich des Le- bensrechts (Art. 2 II S.1 GG) und der Menschenwürde (Art. 1 I GG) unterfällt, so dass dem Embryo in vitro die Grundrechtsträgerschaft zugesprochen wird. Deswegen ist die Forschung mit überzähligen Embryonen (§§ 1 II und 2 I ESchG) und die Erzeugung menschlicher Embryonen ausschließlich zum...

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