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Aspekte der Textübersetzung Deutsch-Türkisch

Sergül Vural-Kara

Die Relevanz des übersetzungsmethodologisch fundierten Vorgehens beim Übersetzen wird in diesem Buch auf der Grundlage des Sprachenpaares Deutsch-Türkisch vor Augen geführt. Hierbei liegt der Fokus auf der Darlegung der bei der sprachlichen und kulturellen Interaktion durch Übersetzen zum Tragen kommenden Aspekte. Mit dem Anliegen eine Orientierungshilfe bei der Bewältigung von Übersetzungsschwierigkeiten zu leisten, werden spezifische Problempunkte beim deutsch-türkischen bzw. türkisch-deutschen Übersetzungsprozess erörtert. Die übersetzungsrelevanten Analysen stützen sich auf eine breit gefächerte Korpusgrundlage, durch die die Veranschaulichung und Prüfung übersetzungsrelevanter Überlegungen gewährleistet wird.

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4. Stilistische Elemente als Übersetzungsproblem 45

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45 4. Stilistische Elemente als Übersetzungsproblem Die Herstellung von Äquivalenz ist vor allem im Bereich der stilistisch- ästhetischen Qualitäten nicht so einfach. Bei der Übersetzung von litera- rischen Texten gilt aber als vorrangige Zielsetzung der Erhalt der stilisti- schen Werte: „Hier erzeugen bewußt oder unbewußt vom Autor verwendete For- melemente eine spezifische ästhetische Wirkung. Das Formelement do- miniert nicht nur gegenüber der sachlich-inhaltlichen Komponente, es wird darüber hinaus auch Träger des künstlerischen Gestaltungswillen, der einem formbetonten Text seine an sich unwiederholbare und darum in der Zielsprache nur analog zu realisierende Erscheinungsform verleiht. Der Ausdrucksfunktion der Sprache, die bei den formbetonten Texten im Vordergrund steht, entsprechend, muß in der Übersetzung durch Analogie der Form ein gleichwertiger Eindruck erzielt werden. Erst dann kann die Übersetzung als äquivalent gelten.” (Reiß 1986: 38) Den jeweils besonderen Stil eines Textes machen nicht nur lexikalische Einheiten aus: „Die Formkomponente kann dabei schon beim einzelnen Laut von Wichtigkeit sein. Aber auch syntaktische Charakteristika können den künstlerischen Formwillen bekunden. Das „Tempo” des Stils, wie über- haupt die Stilformen und Reimwirkungen, vergleichende und bildliche Redeweise, Sprichwörter und Metaphern sind zu beachten.” (Reiß 1986: 38f.) So ist also bei der Übersetzung das Zusammenspiel von formalen, le- xikalischen und syntaktischen Mitteln zu berücksichtigen: Soweit es die zielsprachlichen Möglichkeiten erlauben ist die Realisierung von Äquiva- lenz in sämtlichen Stil determinierenden Ebenen zu sichten. Bei entge- gengesetzter Vorgehensweise würde es dazu kommen, dass der Zieltext im Vergleich zum Original...

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