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Der Stromgroßhandel in Deutschland

Die Anwendung des Wertpapierhandelsgesetzes auf den deutschen Stromgroßhandel zur Stärkung der Marktintegrität

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Markus Wiesner

Der deutsche Strommarkt war in der Vergangenheit immer wieder dem Vorwurf der Manipulation ausgesetzt. Diese Arbeit will zeigen, inwieweit Insiderhandel und Marktmanipulation insbesondere an der Strombörse möglich sind und mit welchen Mitteln man diese verhindern kann. Dabei wird aber auch der außerbörsliche Markt einbezogen, da die Warenderivatmärkte gegenüber den eigentlichen Wertpapiergeschäften verschiedene Besonderheiten aufweisen. Der Autor zeigt, dass es gerade bei Stromderivaten möglich ist, auf dem außerbörslichen Markt Einfluss auf die Strombörse zu nehmen und umgekehrt. Ebenso besteht eine noch engere Verknüpfung zwischen den Derivaten und den physischen Stromgeschäften, als dies bei Wertpapieren der Fall ist. Dadurch greifen die im Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) geregelten Instrumente zur Steigerung der Marktintegrität nicht an allen Warenmärkten.

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KAPITEL 3 DER STROMGROßHANDEL IN DEUTSCHLANDIM BESONDEREN

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55 Kapitel 3 Der Stromgroßhandel in Deutschland im Besonderen A) Börsenhandel Mitte Juni 2000 eröffnete die Leipziger Power Exchange als erste deutsche Strombörse. Kurz darauf im August 2000 eröffnete die European Energie Ex- change, die damals noch ihren Sitz in Frankfurt a.M. hatte.192 Zwischenzeitlich gab es auch Bestrebungen, mehrere Regionalbörsen zu errichten.193 Nachdem die Projektgruppe „Deutsche Strom- und Energiebörse“, die auf Initiative des Bun- deswirtschaftsministeriums entstand, aber die Schaffung einer Zentralbörse in Frankfurt vorschlug, verzichteten die meisten Länder auf einen Börsenhandel mit Strom. Lediglich Sachsen widersetzte sich der Empfehlung und hielt an sei- ner Strombörse in Leipzig fest.194 Beide Börsen begannen zunächst ausschließ- lich mit dem physischen Spothandel.195 Erst 2001, nachdem der Spotmarkt eine ausreichende Liquidität erreicht hatte, nahm die LPX den Terminhandel in Leip- zig auf. Daraufhin kam man zu der Erkenntnis, dass sich zwei Börsen in Deutschland nur unnötig Konkurrenz machen würden und am 1.7.2002 kam es zum Zusammenschluss der beiden Börsen unter dem Namen European Energie Exchange mit Sitz in Leipzig.196 Am Strommarkt gibt es eine Reihe verschiedener börsenrelevanter Märkte.197 Dazu gehören natürlich der Spotmarkt198 und der Terminmarkt199, welche auch die wesentlichen Handelssegmente der EEX ausmachen. In beiden Segmenten wird im fortlaufenden Handel mit oder ohne offene Auktion gehandelt.200 Der Spothandel umfasst alle Geschäfte mit einer Erfüllung am gleichen Tag (intra- day) bis zu einer Erfüllung am folgenden Tag, an Wochenenden...

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