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Der Stromgroßhandel in Deutschland

Die Anwendung des Wertpapierhandelsgesetzes auf den deutschen Stromgroßhandel zur Stärkung der Marktintegrität

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Markus Wiesner

Der deutsche Strommarkt war in der Vergangenheit immer wieder dem Vorwurf der Manipulation ausgesetzt. Diese Arbeit will zeigen, inwieweit Insiderhandel und Marktmanipulation insbesondere an der Strombörse möglich sind und mit welchen Mitteln man diese verhindern kann. Dabei wird aber auch der außerbörsliche Markt einbezogen, da die Warenderivatmärkte gegenüber den eigentlichen Wertpapiergeschäften verschiedene Besonderheiten aufweisen. Der Autor zeigt, dass es gerade bei Stromderivaten möglich ist, auf dem außerbörslichen Markt Einfluss auf die Strombörse zu nehmen und umgekehrt. Ebenso besteht eine noch engere Verknüpfung zwischen den Derivaten und den physischen Stromgeschäften, als dies bei Wertpapieren der Fall ist. Dadurch greifen die im Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) geregelten Instrumente zur Steigerung der Marktintegrität nicht an allen Warenmärkten.

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KAPITEL 5 STÄRKUNG DER MARKTINTEGRITÄT

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Der deutsche Gesetzgeber wollte mit verschiedenen Regelungen eine Einbezie- hung der Warenmärkte in das Regelungsregime des WpHG schaffen. Allerdings beschränkte er sich dabei im Wesentlichen nur auf Warenderivate. Lediglich in § 20a Abs. 4 WpHG nahm er mit Rücksicht auf die Funktion der Waren als Un- derlying für Warenderivate, die Waren selbst in den Anwendungsbereich auf. Dieser Konzeption ist grundsätzlich zuzustimmen. Das WpHG ist in erster Linie für den Finanzmarkt geschaffen worden. Es dient nicht dazu, Wettbewerbsdefi- zite oder Intransparenzen auf den Warenmärkten zu beseitigen. Dies ist die Auf- gabe anderer Gesetze wie etwa dem GWB und dem EnWG. Auf der anderen Seite muss der Schutz vor Insiderdelikten und Marktmani- pulation aber ein umfassender sein. Die Warenmärkte und insbesondere der Markt für Strom sind wegen der hohen Volatilität auf die Preissicherung durch Warenderivate angewiesen. Daher bedingen sich der Handel mit Waren und der Handel mit Warenderivaten gegenseitig. Auch wenn der Handel mit Strom selbst nicht in den Anwendungsbereich des WpHG aufgenommen werden soll, so sind dennoch Korrekturen erforderlich. Im Warenhandel sind allgemein zwei Märkte zu unterscheiden. Dies sind einerseits der Markt für das physische Pro- dukt und andererseits der Markt für die finanziellen Hedging-Instrumente. Ein Handelsteilnehmer kann sich durch Insiderinformationen des einen Marktes Vorteile auf dem anderen Markt verschaffen. Eine mögliche Neuregelung kann sich daher nicht nur auf die Derivatmärkte beschränken. Auch die physischen Warenmärkte müssen in das Regelungsregime eingebunden werden. Dies be-...

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