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Der Stromgroßhandel in Deutschland

Die Anwendung des Wertpapierhandelsgesetzes auf den deutschen Stromgroßhandel zur Stärkung der Marktintegrität

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Markus Wiesner

Der deutsche Strommarkt war in der Vergangenheit immer wieder dem Vorwurf der Manipulation ausgesetzt. Diese Arbeit will zeigen, inwieweit Insiderhandel und Marktmanipulation insbesondere an der Strombörse möglich sind und mit welchen Mitteln man diese verhindern kann. Dabei wird aber auch der außerbörsliche Markt einbezogen, da die Warenderivatmärkte gegenüber den eigentlichen Wertpapiergeschäften verschiedene Besonderheiten aufweisen. Der Autor zeigt, dass es gerade bei Stromderivaten möglich ist, auf dem außerbörslichen Markt Einfluss auf die Strombörse zu nehmen und umgekehrt. Ebenso besteht eine noch engere Verknüpfung zwischen den Derivaten und den physischen Stromgeschäften, als dies bei Wertpapieren der Fall ist. Dadurch greifen die im Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) geregelten Instrumente zur Steigerung der Marktintegrität nicht an allen Warenmärkten.

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F) Die Besonderheiten des Stromhandels im Vergleich zu anderen Warenmärkten 48

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48 F) Die Besonderheiten des Stromhandels im Vergleich zu anderen Warenmärkten Der Stromhandel ist trotz der Liberalisierung und den Entwicklungen der letzten Jahrzehnte von Besonderheiten geprägt, die ihn von anderen Warenmärkten un- terscheiden. Trotz aller Bemühungen, einen funktionierenden Wettbewerb zu in- stallieren, teilen sich bislang die vier großen Erzeuger nach wie vor über 80% der Erzeugungskapazitäten.152 Der Strommarkt wird von diesem Oligopol domi- niert. Die Bundesnetzagentur geht sogar davon aus, dass dieses Oligopol allein aus RWE und E.ON besteht, da sich diese beiden Unternehmen die größte Marktposition teilen.153 Die Übertragungsnetze werden von den vier großen Er- zeugungsunternehmen allein gehalten.154 Hinzu kommt, dass die vier großen Er- zeuger an 282 Stadtwerken und Regionalversorgern beteiligt sind. An 29 Stadt- werken sogar mit einem Anteil über 50 %. Trotz des seit 1998 angestrebten Un- bundlings haben es diese Unternehmen geschafft ihre Marktmacht weiter auszu- bauen.155 Der Strompreis unterliegt, sehr hohen Schwankungen (Volatilität).156 In Skandi- navien etwa erreichten diese Schwankungen bis zu 400 %.157 Die Schwankungen 152 2007 vereinten die 4 großen vertikal integrierten Energieversorgungsunternehmen E.ON, RWE, Vattenfall Europe und EnBW 87,9 % der Netto- Elektrizitätserzeugungsmenge, Bundesnetzagentur, Monitoringbericht, S. 13; Rich- mann, Hohe Preise durch mangelnden Wettbewerb; noch gravierender sind die Verhält- nisse etwa in Belgien, da dort ein einzelner Stromerzeuger bereits 82 % der Erzeu- gungskapazität auf sich vereint. In Deutschland verfügt der größte Stromerzeuger allein nur über 28 % der Erzeugungskapazitäten; weitere Informationen...

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