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Der Stromgroßhandel in Deutschland

Die Anwendung des Wertpapierhandelsgesetzes auf den deutschen Stromgroßhandel zur Stärkung der Marktintegrität

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Markus Wiesner

Der deutsche Strommarkt war in der Vergangenheit immer wieder dem Vorwurf der Manipulation ausgesetzt. Diese Arbeit will zeigen, inwieweit Insiderhandel und Marktmanipulation insbesondere an der Strombörse möglich sind und mit welchen Mitteln man diese verhindern kann. Dabei wird aber auch der außerbörsliche Markt einbezogen, da die Warenderivatmärkte gegenüber den eigentlichen Wertpapiergeschäften verschiedene Besonderheiten aufweisen. Der Autor zeigt, dass es gerade bei Stromderivaten möglich ist, auf dem außerbörslichen Markt Einfluss auf die Strombörse zu nehmen und umgekehrt. Ebenso besteht eine noch engere Verknüpfung zwischen den Derivaten und den physischen Stromgeschäften, als dies bei Wertpapieren der Fall ist. Dadurch greifen die im Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) geregelten Instrumente zur Steigerung der Marktintegrität nicht an allen Warenmärkten.

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B) Insiderhandel 143

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143 von Preisentwicklungen muss er weiterhin selbst tragen.624 Je weniger der End- verbraucher aber selbst entscheiden kann, desto höher muss der Gesetzgeber das Schutzniveau anheben. B) Insiderhandel Das Verbot des Insiderhandels soll das Vertrauen in den Kapitalmarkt stärken und die Funktionsfähigkeit des Marktes schützen.625 Dadurch zieht der Kapital- markt mehr Anleger an und wird so vor einem Marktversagen geschützt.626 Auch im Bereich des Warenhandels gibt es Insiderinformationen.627 Die Märkte für Waren und insbesondere die Terminmärkte müssen wie die Wertpapiermärkte vor dem Insiderhandel geschützt werden. Anreize für den Insiderhandel an den Warenmärkten sind jedenfalls gegeben. Insbesondere die hohe Volatilität ver- spricht hohe Gewinne. An der EEX wurden in der Vergangenheit extreme Preis- spitzen, sog. „fly ups“, beobachtet. So kostete am 29.11.2005 die MWh an der EEX über 500 € und damit mehr als das zwölffache des Durchschnittspreises.628 Diese Preisspitzen traten immer dann auf, wenn das Angebot an Kapazitäten an der EEX knapp war. Die am Gesamtmarkt vorhandene Kapazität dagegen hätte stets zur Deckung der Nachfrage ausgereicht.629 Der Insiderhandel mit Warenderivaten ist nicht nur in der Theorie möglich. Ein Vergleich mit dem Wertpapiermarkt soll dies verdeutlichen. Erfährt ein An- gestellter eines Wertpapieremittenten frühzeitig, dass die Gewinnprognosen des Unternehmens nach oben korrigiert werden, so kann er zum heutigen, niedrige- ren Preis Aktien dieses Unternehmens kaufen. Die höheren Gewinnprognosen 624 Dannhoff, Das Recht der Warentermingeschäfte, 1993, S. 134; Schwintowski, ZNER 2002, 171....

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