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Der Stromgroßhandel in Deutschland

Die Anwendung des Wertpapierhandelsgesetzes auf den deutschen Stromgroßhandel zur Stärkung der Marktintegrität

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Markus Wiesner

Der deutsche Strommarkt war in der Vergangenheit immer wieder dem Vorwurf der Manipulation ausgesetzt. Diese Arbeit will zeigen, inwieweit Insiderhandel und Marktmanipulation insbesondere an der Strombörse möglich sind und mit welchen Mitteln man diese verhindern kann. Dabei wird aber auch der außerbörsliche Markt einbezogen, da die Warenderivatmärkte gegenüber den eigentlichen Wertpapiergeschäften verschiedene Besonderheiten aufweisen. Der Autor zeigt, dass es gerade bei Stromderivaten möglich ist, auf dem außerbörslichen Markt Einfluss auf die Strombörse zu nehmen und umgekehrt. Ebenso besteht eine noch engere Verknüpfung zwischen den Derivaten und den physischen Stromgeschäften, als dies bei Wertpapieren der Fall ist. Dadurch greifen die im Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) geregelten Instrumente zur Steigerung der Marktintegrität nicht an allen Warenmärkten.

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E) Ergänzende Regelungsvorschläge 222

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222 E) Ergänzende Regelungsvorschläge I. Einbeziehung weiterer Produkte in den Kreis der Finanzinstrumente Der Anwendungsbereich des WpHG soll sich nicht auf alle Produkte des Strommarktes erstrecken. Gerade der physische Bereich soll zum größten Teil nicht aufgenommen werden. Durch die Verknüpfung zwischen physischem und finanziellem Handel wird der physische Markt ausreichend geschützt. Etwas an- deres gilt dagegen für den OTC-Bereich mit physisch zu erfüllenden Derivaten. Nur die Derivate, die zumindest auch finanziell erfüllt werden können, fallen unter den Begriff der Warenderivate nach § 2 Abs. 2 Nr. 2 lit. a WpHG, rein physisch zu erfüllende Produkte dagegen nicht. Soweit diese aber identisch mit den finanziell zu erfüllenden Produkten sind, wie etwa bei Futures und Optionen möglich, so gibt es keinen Grund, warum sie nicht in den Anwendungsbereich des WpHG fallen sollen. Sicherlich eignen sich diese weniger zu Manipulatio- nen, da mit der physischen Lieferung auch immer eine Abnahmeverpflichtung verbunden ist. Auf der anderen Seite kann der Handelsteilnehmer aber auch bei der physischen Erfüllung Hebeleffekte ausnutzen. Gerade bei Optionen muss es nicht zu einer Erfüllung kommen, da der Berechtigte auch auf die Ausübung der Option verzichten kann. Letztlich macht der OTC-Handel den wesentlichen Teil des Gesamtvolumens an physischen Produkten aus. Um eine Umgehung der Transparenzvorschriften zu vermeiden, ist es erforderlich, die identischen physi- schen Produkte einzubeziehen. Gleiches gilt für die Forwards. Am deutschen Strommarkt werden derzeit nur physisch zu erfüllende Forwards verkauft. Wenn sie auch finanziell...

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