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Gott hat Israel nicht verstoßen

Biblisch-exegetische und theologische Perspektiven in der Verhältnisbestimmung von Israel, Judentum und Gemeinde Jesu

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Jacob Thiessen

Diese Arbeit sucht nach biblisch-exegetischen Antworten auf die Frage, was es in Bezug auf die Erwählung Israels und auf das Verhältnis der Gemeinde Jesu zu Israel als Volk Gottes bedeutet, dass Gott Israel «nicht verstoßen hat» (Röm 11,1f.). Nach einer Übersicht über die Substitutionstheorie in Geschichte und Gegenwart wird die bleibende Erwählung Israels nach Röm 9-11 exegetisch begründet. Alsdann geht es um das Verhältnis der Gemeinde Jesu zu Israel als Volk Gottes und um die Bedeutung des Neuen Bundes für diese Verhältnisbestimmung. Schwerpunkt der letzten Kapitel ist die Frage nach der verheißenen Wiederherstellung der Herrschaft Gottes für Israel aus der Sicht des Neuen Testaments und nach ihrer Beziehung zu der «tausendjährigen Königsherrschaft» Jesu Christi (Offb 20,1-6).

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6. Die tausendjährige Herrschaft Jesu in Offenbarung 20,1-6 163

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163 6. Die tausendjährige Herrschaft Jesu in Offenbarung 20,1-6 6.1. Einführung In Offb 20,1-6 wird von einer tausendjährigen Herrschaft Jesu Christi gesprochen. Dabei stellt sich die Frage, ob Offb 20 chronologisch Offb 19 folgt. Dazu bemerken Beale und McDonough: „There is much debate about whether chapter 20 follows chapter 19 in historical terms or whether it recapitulates the final battle narrated at the end of 19:17-21 and thus also narrates events leading up to that battle in 20:1-7.“1 In diesem Zusammenhang interessiert uns nicht die Frage nach der Beziehung zwischen Offb 19,1-21 und 20,8-10, sondern ob Offb 20,1-6 zeitlich nach Offb 19 und nach der Parusie Jesu einzuordnen ist oder ob sich der Text auf die Zeit der Kirche bezieht.2 In Offb 19 wird offenbar die sichtbare Parusie Jesu Christi angekündigt. Bezieht sich die Ankündigung der tausendjährigen Königsherrschaft Jesu Christi dementsprechend auf die Zeit nach der Parusie? Oder sind die „tausend Jahre“ eher mit der Zeit der Kirche gleichzusetzen? Das sind Fragen, die uns im Folgenden vor allem beschäftigen wer- den. Lohse bezeichnet den Abschnitt aus Offb 19,11–22,5 als „Kommen Christi und die Vollendung“.3 Nach ihm kann die „in Offb. 20 angesprochene Erwartung des Tausendjährigen Reiches … nur von den ihr zugrun- de liegenden jüdischen Vorstellungen4 her verstanden werden. Sie kann aber nicht verbindlicher Inhalt christlicher Lehre und Verkündigung sein. Denn das Kommen Christi bringt nicht ein stu-...

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