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Gott hat Israel nicht verstoßen

Biblisch-exegetische und theologische Perspektiven in der Verhältnisbestimmung von Israel, Judentum und Gemeinde Jesu

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Jacob Thiessen

Diese Arbeit sucht nach biblisch-exegetischen Antworten auf die Frage, was es in Bezug auf die Erwählung Israels und auf das Verhältnis der Gemeinde Jesu zu Israel als Volk Gottes bedeutet, dass Gott Israel «nicht verstoßen hat» (Röm 11,1f.). Nach einer Übersicht über die Substitutionstheorie in Geschichte und Gegenwart wird die bleibende Erwählung Israels nach Röm 9-11 exegetisch begründet. Alsdann geht es um das Verhältnis der Gemeinde Jesu zu Israel als Volk Gottes und um die Bedeutung des Neuen Bundes für diese Verhältnisbestimmung. Schwerpunkt der letzten Kapitel ist die Frage nach der verheißenen Wiederherstellung der Herrschaft Gottes für Israel aus der Sicht des Neuen Testaments und nach ihrer Beziehung zu der «tausendjährigen Königsherrschaft» Jesu Christi (Offb 20,1-6).

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8. Folgerungen für die Frage nach dem Tausendjährigen Reich 193

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193 8. Folgerungen für die Frage nach dem Tausendjährigen Reich Gemäß der Johannesoffenbarung wird Jesus Christus nach der Parusie und nach der Auferstehung der Gläubigen eine tausendjährige Herrschaft aufrichten, bevor „der ers- te Himmel und die erste Erde“ vergehen werden (Offb 21,1).1 Dabei ist wohl nicht entscheidend, ob die Zahl „tausend“ wörtlich oder symbolisch verstanden wird. Aller- dings könnte man sich fragen, warum der Ausdruck „tausend Jahre“ in Offb 20,2-7 sechsmal erscheint, wenn er nicht wörtlich gemeint wäre. Auf jeden Fall wird das „letzte Gericht“ erst nach den „tausend Jahren“ stattfinden (Offb 20,11ff.), bevor dann „das neue Jerusalem“ erscheinen wird (Offb 21,1ff.). Die tausendjährige Herrschaft Christi wird nicht im Einzelnen beschrieben. Offen- bar konnte der Verfasser voraussetzen, dass bekannt war, worauf sich diese Ausfüh- rungen beziehen. So lassen manche Verheißungen des Alten Testaments erkennen, dass die Ankunft und Anwesenheit Jahwes in Herrlichkeit in Zion für die Erfüllung vorausgesetzt wird (vgl. z.B. Dan 7,13ff.; Sach 12,10ff.; 14,3ff.). Solche Abschnitte ausschließlich auf „den neuen Himmel und die neue Erde“ zu beziehen, weil in Jes 65,17 und 66,22 von dieser Neuschöpfung die Rede ist, entspricht m.E. ebenso wenig dem Sinn vieler alttestamentlicher Verheißungen, wie diese Abschnitte ausschließlich auf die christliche Gemeinde in der jetzigen heilszeitlichen Epoche zu beziehen. Aller- dings kann man durchaus davon ausgehen, dass manche alttestamentliche Verheißun- gen einerseits auf das Friedensreich hinweisen,...

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