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Gott hat Israel nicht verstoßen

Biblisch-exegetische und theologische Perspektiven in der Verhältnisbestimmung von Israel, Judentum und Gemeinde Jesu

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Jacob Thiessen

Diese Arbeit sucht nach biblisch-exegetischen Antworten auf die Frage, was es in Bezug auf die Erwählung Israels und auf das Verhältnis der Gemeinde Jesu zu Israel als Volk Gottes bedeutet, dass Gott Israel «nicht verstoßen hat» (Röm 11,1f.). Nach einer Übersicht über die Substitutionstheorie in Geschichte und Gegenwart wird die bleibende Erwählung Israels nach Röm 9-11 exegetisch begründet. Alsdann geht es um das Verhältnis der Gemeinde Jesu zu Israel als Volk Gottes und um die Bedeutung des Neuen Bundes für diese Verhältnisbestimmung. Schwerpunkt der letzten Kapitel ist die Frage nach der verheißenen Wiederherstellung der Herrschaft Gottes für Israel aus der Sicht des Neuen Testaments und nach ihrer Beziehung zu der «tausendjährigen Königsherrschaft» Jesu Christi (Offb 20,1-6).

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10. Epilog 197

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197 10. Epilog Egelkraut stellt in einem Buch über die Zukunftserwartung der pietistischen Väter als Ergebnis fest, „dass zwar jede Generation die Zukunftserwartung der Bibel im Lichte ihrer eigenen Erfahrung liest, versteht und sich aneignet, dass es aber auch keiner Generation erspart bleibt, die Bibel er- neut und selbst zu lesen und nach der ihr eigenen Zukunftserwartung zu befragen“.1 Über das Thema „Israel“ ist in den letzten Jahrzehnten aus sehr unterschiedlichen Gründen in theologischer Hinsicht viel nachgedacht, geforscht und diskutiert worden. Dieses Thema hängt eng mit der Gottesfrage und der Frage nach der Heilsgeschichte zusammen. Die vorliegende Arbeit hat sich vor allem anhand einschlägiger Texte aus dem Neuen Testament mit dem Thema auseinandergesetzt. Dabei sind wir zu der Er- kenntnis gekommen, dass wir auf Grund des Neuen Testaments von der bleibenden Erwählung Israels ausgehen müssen. Löwith bemerkt: „Nur eine ganz besondere Geschichte, die der Juden2, kann als politische Geschichte auch heute noch streng religiös gedeutet werden“.3 Er weist auf „das Erstaunliche“ hin, dass die Kraft des biblischen Glaubens „an eine göttliche Ab- sicht in der Geschichte der Juden gerade dann einen Höhepunkt erreichte, als alle em- pirische Gewissheit dagegen sprach“.4 1 Egelkraut, Zukunftserwartung, S. 57. 2 Dieses Geschichtsverständnis hängt mit einem entsprechenden Gottesverständnis zusammen. Nach Smend ist nicht „die formale Struktur seines Geschichtsdenkens … Israels Proprium. Dies ist vielmehr das Zeugnis von dem einen Gott Jahwe, das sich die Denkstrukturen dienstbar macht, es seien die...

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