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Der ordo-soziale Wirtschafts- und Rechtsbegriff von Hermann Roesler (1834-1894)

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Beate Ritzke

Die Begegnung von Jurisprudenz und Nationalökonomie im späten 19. Jahrhundert ist ein Ereignis von hoher geschichtlicher und systematischer Bedeutung, auch heute noch. Aus der Jurisprudenz entstand eine neue Leitwissenschaft, die Nationalökonomie. Es galt, neue Grundbegriffe, Methoden und Inhalte in beiden Wissenschaften zu finden und von einander abzugrenzen. In diesem Zusammenhang erwies sich der weniger bekannte Hermann Roesler (1834-1894) als besonders interessant. Schon in einem frühen Stadium der Begegnung zwischen Jurisprudenz und Nationalökonomie verfasste er zahlreiche Werke. Mit dem «Sozialen Verwaltungsrecht» schuf er bereits 1872/73 ein ganz neues Rechtsgebiet und entwickelte in enger Verknüpfung mit seinem Rechtsbegriff eine «Neue Nationalökonomie» als Gegenstück zur klassischen.

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Einleitung 9

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9 Einleitung Fragt man in Fachkreisen nach Carl Friedrich Hermann Roesler, können nur Wenige über ihn Auskunft geben. Bekannt ist meist, dass Roesler ein Mann des 19. Jahrhunderts war, etwas mit Nationalökonomie und Verwaltungsrecht zu tun gehabt hat. Weniger bekannt oder unbekannt sind seine Werke. Eine Betrach- tung seines Lebens und Werkes ist damit reizvoll. Zwei größere werkbiographische Arbeiten zu Roesler sind bisher erschienen. 1969 veröffentlichte Anton Rauscher Die soziale Rechtsidee und die Überwin- dung des wirtschaftsliberalen Denkens. Hermann Roesler und sein Beitrag zum Verständnis von Wirtschaft und Gesellschaft.1 Das Werk besteht aus zwei Tei- len, von denen der erste hauptsächlich die inneren und äußeren Umstände von Roeslers Leben wiedergibt und der zweite sich mit der Smithianismuskritik und der „sozialen Rechtsidee“ beschäftigt. Beide Teile sind detailreich gearbeitet, und insbesondere der Abschnitt über das Leben und den geistigen Werdegang Roeslers enthält aufschlussreiche Informationen, die Rauscher sowohl aus Roes- lers deutschen Universitätsakten als auch aus einer im Archiv der Sophia-Uni- versität in Tokyo befindlichen Ahnenforschung über Roesler zusammengetragen hat. Der zweite Teil des Werkes, der sich auch mit dem sozialen Recht befasst, enthält zwar die wesentlichen Inhalte von Roeslers Vorstellungen, fällt aber recht knapp aus. Wichtige Zusammenhänge werden nicht ausreichend deutlich erklärt. Schwerpunkt ist eindeutig die Smithianismuskritik Roeslers und wie die- se zu einer Überwindung der klassischen Nationalökonomie geführt hat. Wegen dieser thematischen Ausrichtung hat Rauscher das für den Themenbereich des sozialen Rechts...

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