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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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TEIL I

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1. Warum die Bezeichnung "Flamenco"? 1.1 Zeitliche Eingrenzung. Die Bezeichnung "Flamenco" für eine bestimmte, in Andalusien heimische Musik sowie für die Zigeuner, hat für viel Verwirrung gesorgt und zu den abenteuerlichsten Erklärungen geführt. Fest steht nur, dass diese Bezeichnung (mit weiteren Assoziationen als dem ursprünglichen Sinn "flämisch") etwa Mitte des 19. Jahrhunderts auftaucht20, und dass zuerst Menschen damit bezeichnet wurden. Erst später wurde diese Bezeichnung auf eine von diesen Menschen ausgeübte Kunstform übertragen. García Lavernia weist darauf hin, dass Estébanez Calderón 1847 in seinem berühmten Buch Escenas Andaluzas im Kapitel Un baile en Triana kein einziges Mal den Begriff "Flamenco" benutzt, sondern die Tänze und Gesänge jeweils bei ihrem speziellen Namen nennt.21 Der berühmte Cantaor Silverio Franconetti, dessen Repertoire Demófilo eine eigene Sektion in seinen Cantes Flamencos widmet, hat selber für seine Auftritte in seinem eigenen Café Cantante (letztes Drittel des 19. Jahrhunderts) nie die Bezeichnung "Flamenco" gebraucht, stets hat er die Bezeichnung "Canto andaluz" gewählt 22 oder auch "Cantes y bailes andaluces y nacionales".23 Gaston Vuillier räumt in seinem grossen Buch "La Danse" von 1898 dem spanischen Tanz ein umfangreiches Kapitel ein, aber kein einziges Mal ist das Stichwort "Flamenco" zu finden. 20 Nach Corominas DCECH, 1980-91, zuerst bei Demófilo 1870, noch als NeologisŔ mus bei Juan Valera 1897, von der Academia erst 1925 zugelassen. Siehe dagegen aber Steingress,1997, S. 451 mit dem Verweis auf das...

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