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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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2. Über die Ursprünge des Flamenco: Mythos und Wissenschaft

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2.1 Kontroversen um den Ursprung. Ebenso umstritten wie die BezeichŔ nung "Flamenco" ist die Geschichte dieser Kunst. Einig ist man sich nur, dass der Flamenco etwa in der Mitte des 19. Jahrhunderts an die Öffentlichkeit trat. Wo die Wurzeln zu suchen und wer letztlich die Urheber sind, darüber gehen die Meinungen auseinander. Es muß hier daraufhin gewiesen werden, dass viele derer, die über den Flamenco schrieben, nicht Wissenschaftler, sondern Journalisten, Dichter oder Schriftsteller waren. Auch scheint vielen Liebhabern des Flamenco daran gelegen zu sein, einen Mantel des Geheimnisvollen über das Wesen des Flamenco zu decken. Schon die Titel mancher Werke verraten dies: "Origenes de lo flamenco y secreto del cante jondo" (Blas Infante, 1929 Ŕ 1933, (1980), "Misterios del arte flamenco" (Ricardo Molina, 1963 (1985), "Teoría del `cante jondo´, del alma y misterio de Andalucía" (Talisman 1974) oder der Film "Duende y misterio del flamenco" (Edgar Neville, 1952). Demgegenüber stehen die wissenschaftlichen Arbeiten eines Hugo Schuchardt, der bereits 1881 durch die Linguistik grundlegende Erkenntnisse gewann, die heute durch die Forschung bestätigt werden; die 1976 erschienene kulturhistorische Arbeit von Luis Lavaur, deren Erkenntnisse den Liebhabern des Flamenco nicht genehm waren und die deshalb ignoriert wurde, und die kultursoziologischen Arbeiten von Gerhardt Steingress (1997, 2006) mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, die erst allmählich Eingang in die Flamencokreise gewinnen (z.B. bei Cruces-Roldán, Blas Vega). Wir haben es also mit zwei unterschiedlichen, teilweise diametral entgegengesetzten Strömungen zu tun: Der romantisch-mystifizierenden auf der einen Seite, und der wissenschaftlichen auf der...

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