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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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2.2.1 Antonio Machado "Demófilo" 29

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29 a, der andalusische, der sich aus iberischen, maurischen, byzantinischen, liturgischen47 Elementen speist, sowie b, der orientalisch-indische, den die Zigeuner mitbrachten, die in Andalusien "heimatliche Klänge" in der Musik wiederentdeckten und sie im Geheimen konservierten, bis sie damit in der Mitte des 19. Jahrhunderts48 an die Öffentlichkeit traten. 2, Diese These ist durch die neueren Forschungen nicht mehr haltbar. Die wissenschaftliche Forschung bettet die Entstehung des Flamenco in die geschichtlichen, kulturellen und sozialen Zusammenhänge ein, und was "mystisch" und "geheimnisvoll" erschien, erscheint danach als eine logische Konsequenz der damaligen Zustände: Der Flamenco entstand als ein Seitenzweig der reichen andalusischen Folklore. Um im Bilde zu bleiben: Es gibt nur einen Strom, nämlich den der andalusischen Musik, der sich verästelt; ein Seitenarm davon ist der Flamenco. Da die erste, romantische These ihre Suggestivkraft bis heute nicht verloren hat und sich das Klischee "Andalusier = tanzender und singender Zigeuner" hartnäckig hält, muß jedoch darauf eingegangen und gegen die andere, wissenschaftliche These abgegrenzt werden. 2.2 Der Mythos: Die These vom orientalisch-zigeunerischen Ursprung 2.2.1 Antonio Machado "Demófilo". Diese Idee begann mit Antonio Machado "Demófilo", der sich als erster in seinem Vorwort zu den "Cantes Flamencos" 1881 Gedanken machte über die Herkunft der Flamencokunst. Bei ihm wie auch bei seinen Nachfolgern oszilliert die Vorstellung zwischen "dem (andalusischen) Volk" und den Zigeunern. 47 Bis zum Konzil von Trient (1545 Ŕ 1563) wurde in den spanischen Kirchen die Musik und die Liturgie nach Gutdünken gestaltet, indem man die gotische Liturgie...

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