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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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2.2.2 F. García Lorca und de Falla 31

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31 Damit hatte Demófilo jedoch die Weichen gestellt für die nächsten hundert Jahre. 2.2.2 De Falla und Lorca. Für den berühmten Concurso de Cante Grande in Granada im Jahr 1922, organisiert u.a. von de Falla und García Lorca, schrieb Manuel de Falla einen Begleitessay53, in dem die Zigeuner wenn schon nicht als Urheber, so doch als die Bewahrer des "cante primitivo andaluz" betrachtet werden. Dieser sei in Gefahr, vergessen zu werden. Der Essay war eine Gratwanderung, da Sponsoren aufgetan werden sollten und sowohl die Zigeuner wie auch der Flamenco als in den Kneipen angesiedelte Unterhaltung der unteren Schichten vielen Bürgern anrüchig erschien. Die höchst unklare Vermengung von (andaŔ lusischem) "Volk" sowie den Zigeunern als spezielle Repräsentanten "des Volkes" wird auch hier nicht aufgelöst. 2.2.3 Molina und Mairena. Im Jahr 1963 erschien von dem Journalisten Ricardo Molina in Zusammenarbeit mit dem berühmten Zigeunersänger Antonio Mairena das Buch "Mundo y formas del cante flamenco", welches über lange Zeit einen ungeheuren Einfluß ausübte und auch heute noch immer wieder angeführt wird. Hier wird die "Schöpfung" des Flamenco ganz auf das Volk der Zigeuner verlagert. Sie seien es gewesen, die aus dem Orient ihre Gesänge und Tänze mitgebracht54, sie durch die Jahrhunderte der Verfolgung aber geheim gehalten und nur im engsten Familienkreis als geradezu "sakrale" Handlung ausgeübt hätten55. Dadurch erklären die Autoren, warum über dreihundert Jahre nichts von autochthonen Zigeunerliedern berichtet ist56, und...

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