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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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2.3.4 Gerhardt Steingress 36

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36 Nur kurz geht Lavaur ein auf die typisch romantischen Themen von Liedertexten aus jener Zeit76: Der Friedhof, die morbide Lust am Tod, das Ausklammern von allem, was der bürgerlichen Ehe ähnlich sehen könnte, Tuberkulose, und die Einsamkeit des Individuums. 77 2.3.4 Gerhardt Steingress. Für die neuesten Forschungen sei der Soziologe Gerhardt Steingress genannt, aus Salzburg gebürtig, dem Schuchardts Aufsatz bekannt ist und dessen Folgerungen er ebenso wie Lavaurs Thesen78 mit dem Wissen aus seinem eigenen Fachgebiet ausführlich untermauert und erweitert79. So bettet er vor allem die Entstehung des Flamenco in die politischen und sozialen Verhältnisse ein, beschreibt den Übergang des ländlichen in das städtische Proletariat, die Verwischung des Begriffs "Zigeuner" mit sämtlichen zweifelhaften Existenzen aus der Unterschicht, die Entstehung der andalusischen Bohème, die auf der Suche nach einer Identität mit der Rückbesinnung auf altes Kulturgut einen neuen Stil der Musik und des Gesangs kreierte, welcher dann ab etwa 1860 als "cante flamenco" bezeichnet wurde. 76 Lavaur,1999, S. 24 - 30 77 Im zweiten Teil seines Buches beschäftigt sich Lavaur hauptsächlich mit dem Unter- oder Zweittitel: "Raices flamencas en la coreografía romántica europea", worin er aufgrund seiner Recherchen der damaligen Tageszeitungen und Programmzettel darlegt, dass sich der spanische Tanz besonders durch ausländische Tänzerinnen profilierte - er nennt es "Gitanismo sin gitanas", (S. 114): Fanny Elssler, Marie Taglioni, Marie Guy-Stephan, Fanny Cerrito, Lola Montes…Woraus das Fazit zu ziehen ist, dass der...

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