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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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3.3 Das "Goldene Zeitalter" des Flamenco 42

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42 schreibt zwar 1846, wie zwischen den Tänzen Gesangssoli, vor allem alte Romanzen, dargeboten werden, ansonsten liegt die Aufgabe der Sänger ausschließlich in der Tanzbegleitung. Erst um 1865 werden die den Tanz begleitenden Sängerinnen und Sänger, die längst professionalisiert sind99, überhaupt namentlich auf den Plakaten genannt. - Vielleicht sind aber gerade durch diese Nicht- Beachtung die Texte davor bewahrt worden, den jeweiligen Modeströmungen gemäß umgeändert oder aussortiert zu werden, wodurch uns einige alte Texte erhalten geblieben sind100. 3. 3 Das "Goldene Zeitalter" des Flamenco Der Gesang als eigenständige Kunst101 etabliert sich erst mit den Nachfolgern der "salones", nämlich in den "cafés cantantes", und erlebt seine Blütezeit mit Silverio Franconetti, der 1864 seine Karriere beginnt und 1881 sein eigenes "Café de Silverio" in Sevilla eröffnet. Nicht nur er selbst begeistert das Publikum mit den auf neuartige Weise - "a lo flamenco"- vorgetragenen Liedern, er entdeckt u.a. auch den jungen Antonio Chacón und erzielt mit dem hochbezahlten Sänger einen ge- waltigen finanziellen Erfolg102. Bei der Konkurrenz, dem "Burrero", singt "Fosforito", ebenfalls ein herausragender Künstler. Durch Konkurrenzdruck und Kommerzialisierung103 wird die Kunst der Flamenco-Interpretation in immer größere Höhen getragen, neue GeŔ sangsstile werden aus den alten Folkloreliedern kreiert104. 99 Siehe Blas Vega, 1995, S. 148 100 Z.B. jener Text, der zuerst 1621 im Primavera y flor, núm. 10, Madrid erschien: "Madre mía, aquel pajarillo/ que canta en el ramo verde,/ rogalde...

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