Show Less

Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

4. Allgemeine Anmerkungen zu den Flamencoliedertexten

Extract

49 4. Allgemeine Anmerkungen zu den Flamencotexten 4.1 Der Stellenwert der Texte im Flamencogesang Der immer noch andauernde Streit über die Entstehung und EntwickŔ lung des Flamenco bezieht sich bei genauer Betrachtung stets auf die musikalische Seite. Viele Sänger erklären, es sei völlig egal, was man singt, es käme darauf an, wie man singt. Tatsächlich werden die großen Emotionen durch den musikalischen Vortrag hervorgerufen und können auch Ausländer, die den Text nicht verstehen, zutiefst berühren. Anders sieht es mit der Textproduktion aus. Der Flamenco, heißt es stets, besteht aus "cante, baile y guitarra"128. Die Gesangstexte werden somit unter der Rubrik "cante" subsumiert und haben keinen eigenen Schwerpunkt. Es mag an der hohen Analphabetenrate der "Flamencos" liegen, dass ein Text als solcher nicht als etwas Eigenständiges betrachtet wird. Loren Chuse, die viele Interviews mit Sängerinnen geführt hat, befragte diese unter anderem, wonach sie ihre Texte auswählen. Diese Frage stieß bei den alten Frauen offenbar auf Unverständnis und die Antworten bezogen sich bei ihnen mehr auf die Art des Singens als auf den Text: " "Le pregunté por la elección de las letras. `Yo canto a mi estilo. Nunca aprendí de nadie. Tengo mi proprio forma de cantar, mi proprio sello, y hago lo que sé, y eso es así. … Yo escucho a alguien y me gusta la letra. Después de un momento, la canto, pero a mi proprio estilo´ ."129 Auch bei nochmaligem Nachfragen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.