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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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5.2 Wie geschah der Sprung vom Autor "in den Mund des Volkes"? 60

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60 Auch im 20. Jahrhundert war dieses Ideal noch nicht ausgestorben.162 Der Dichter Manuel Machado, (1874 Ŕ 1947, der Sohn des Sammlers "Demófilo"), hat selber dieses Ideal in dem Gedicht "la copla" beschrieben.163 5.2 Wie aber geschah der Sprung vom Autor "in den Mund des Volkes"164? 5.2.1 Durch den Druck der "pliegos de cordel". Wie oben schon gesagt, konnte dies durch die pliegos de cordel geschehen, die bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts existierten165. Die blinden Sänger, die diese verkauften, pflegten zum Anlocken der Käuferschaft die Texte selbst oder eine Zusammenfassung davon vorzusingen. 162 Wie Cristina Argenta (1986, S. 18) berichtet, antwortete Larrea Palacín auf die Frage, wie er zu der Erneuerung der letras und der Rolle der Poesie im Flamenco stehe: "Acerca de esto hay una anécdota graciosísima: Manuel Machado se encontraba en una ocasión con el famoso cantaor Cayetano Muriel (Niño de Cabra), escuchando cantes con unas letras horribles y, en un momento dado, Cayetano le dijo: `Mire, señó, no entiendo cómo se pué cantar eso cuando hay letras tan bonitas como estas´; y a continuación le recitó un puñado de letras que había escrito el propio don Manuel. Para mí, Manuel Machado es el mejor letrista que ha habido, y no en vano se cantan cantidad de letras suyas sin que nadie sepa su origen: él mismo decía que las letras buenas eran las que el pueblo acaba asimilando sin preguntarse de quién...

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