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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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6.1.6 Der Raster 71

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71 Für die heutigen Forscher ist sie trotzdem ein Schatz. Lässt sich doch allein durch die Quantität gewisser Texte manchmal eine Verschiebung zur Jetztzeit bzw. zum Flamenco feststellen: So befassen sich z. B. bei Fernán Caballero vergleichsweise mehr Texte mit der weiblichen PerŔ spektive als dies in den späteren Flamencotext-Sammlungen der Fall ist. Auch finden sich ziemlich viele Wiegenlieder (S. 371 Ŕ 375). Problematisch ist die Einteilung in Sparten nach Sinngebieten, da ihr immer auch Willkür anhaftet. Zum Beispiel ist der Text Amigos, no hay amigos; el más amigo la pega; no hay más amigo que Dios y un duro en la faltriquera. FC 227 von Fernán Caballero unter "sentenciosas" eingeordnet, der sehr ähnliche Text Amiga, la más amiga, amiga del corazón, la más amiga la pega en llegando la ocasión. FC 221 unter der Rubrik "religiosas y morales". Es lässt sich schwer eine stringente Trennung zwischen diesen beiden Themenkreisen her- stellen195, und das Auffinden der Texte gestaltet sich nicht einfacher durch diese Einteilung. 6.1.6 Der Raster. Cecilia war überzeugte Katholikin. Es verwundert daher nicht, dass religiöse oder religiös imprägnierte196 Texte in ihrer Sammlung einen breiten Raum einnehmen. Flüche, Verwünschungen und soziale Anklagen sind bei ihr nicht zu finden, da sie das hehre Bild, das sie von "dem Volk" hatte, hätten verdunkeln können. Andererseits übernahm sie unhinterfragt Texte mit ausgesprochen misogynen Inhalten, obwohl sie die Sammlung so "rein" halten wollte,...

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