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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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6.4.4 Struktur und Einteilung 86

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86 pudieran ser recolectadas"231. Das bedeutet, dass sie keine moralischen, politischen, literarischen etc. Kriterien anlegen wollen und demzufolge die Texte aussieben, sondern prinzipiell alles akzeptieren, was auf irgendeine Flamencoart interpretiert wird. Wobei mit der Bezeichnung "Flamenco" das ganze musikalische Phänomen umfasst werden soll und kein palo mehr als "unrein" oder "depraviert" ausgeschlossen wird wie bei Demófilo232. (Damit wäre die letzte Verantwortung für die Auswahl der Texte auf Seiten der Interpreten.) 6.4.4 Struktur und Einteilung. Demófilo hatte die soleares in dreizeilige und vierzeilige Strophen aufgeteilt; Orozco und Bañuls übernehmen und erweitern die Einteilung in Zeilenanzahl auf sämtliche Flamencostrophen. Es ergeben sich fünf Sektionen - von drei bis sieben Zeilen - , wobei die Vierzeiler bei weitem die größte Sektion darstellen, da die meisten palos ebenfalls diese Form aufweisen233. Wie problematisch diese mechanische Einteilung und die Trennung von Drei- und Vielzeilern in der Oralität ist, wurde bereits erläutert. Strophen, die sowohl in der dreizeiligen wie auch in der vierzeiligen Form anzutreffen sind, werden auseinandergerissen. Innerhalb dieser Einteilung nach Zeilenanzahl wird strikt alphabetisch geordnet. Trotzdem wird die Suche nicht erleichtert dadurch, weil gerade das erste Wort sowie die erste Zeile leicht austauschbar sind. Mairena und Molina sowie García Lavernia schreiben zum Beispiel den Anfang des Textes, einer der Serneta zugeschriebenen soleá, in der Fassung, in der auch der Sänger Pepe el de la Matrona beginnt: "Soy piedra..."234 Es ergab sich ein großes Suchen, obwohl nur das erste (das...

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