Show Less

Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

7.4 Spezielle Bezeichnungen im Flamenco 95

Extract

95 sprechen nur von "tu" (45). "Allgemeine Betrachtungen" in der 3. Person Singular belaufen sich anteilsmäßig auf (60)261. Man kann also sagen, dass die Rede in der 1. und 2. Person Singular (selten in der 3. Person Singular) eine typische Erscheinung der Flamenco-Liedertexte ist. Auffallend ist, dass die Pluralformen völlig fehlen; man könnte daher von einem "Individualismus der Texte" sprechen. Dieser war gewiß mit daran beteiligt, dass die Textinhalte mit der Lebenslage der Interpreten als identisch betrachtet wurden: Die Texte wirken unmittelbarer, der Hörer wird quasi zum Komplizen des Sängers, (- obwohl sich das "Du" ja nicht oder nur selten auf den Rezipienten bezieht). 7.4 Spezielle Bezeichnungen im Flamenco In der Flamencowelt haben bestimmte andalusische Bezeichnungen spezielle Bedeutungen angenommen262. Da in dieser Arbeit immer wieder für den Flamenco spezifische Ausdrücke verwendet werden, sei hier ein kurzes Glossar eingefügt, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Alegrías263: Rascher, eleganter Tanz und Gesang aus Cádiz. Viele der alegría-Texte beziehen sich auf den Freiheitskrieg und den Sieg über Napoleon. Bulerías: Die bulerías entstanden um 1900 aus einer schnellen Form der soleares. Die Flamencos wollen die Bezeichnung gerne mit "bullir" in Verbindung bringen wegen der überschäumenden, brillanten Form des Tanzes, oder auch mit "burla" burlerías, also Aufschneiderei.264 Ŕ Die Texte können praktisch jedes Thema behandeln. 261 Sogar bei Texten, bei denen ein "Ansprechen" der zweiten Person nicht zwangsläufig wäre, wird diese Hinwendung vollzogen: siehe z. B. OrB II...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.