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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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1.3 Stereotype Metaphorisierung visueller Reize 109

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109 1.2.4 In den volkstümlichen cancioneros, sowohl in der Sammlung von Fernán Caballero wie auch in den modernen Volksliedersammlungen (cancionero granadino, cancionero murciano…) sind explizit homoerotische Texte nicht zu finden, freilich haben wir eine große Zahl an Texten, die nur von "ich" und "du" sprechen und damit unterŔ schwellig die Möglichkeit der Homoerotik in sich bergen. Lesbische Sängerinnen heute, wie z. B. Mayte Martín, die im Flamenco ihr persönliches Empfinden mit einfließen lassen, haben somit fast die gesamte Bandbreite der Flamencotexte zu ihrer Verfügung, ohne dass sie irgendwelche Änderungen vornehmen müssten, da sich die HuldiŔ gungen auf ein weibliches Wesen beziehen. Diese Möglichkeit hatte der schwule Sänger Antonio Mairena, der seine große Zeit unter der Franco-Ära hatte, nicht, und in seinen InterŔ pretationen wirken die Interjektionen an die "compañera" oder "serrana" etwas blass und weniger überzeugend.- Ob und wie weit wahre Empfindungen mittels der vorgefertigten Motive und Topoi transponiert werden, ist abhängig von der Situation und dem Interpreten und lässt sich aus den Texten selbst nicht ablesen. - 1.3 Stereotype Metaphorisierung visueller Reize. Wie fast immer und überall beschränken sich die Dichter fast ausschließlich auf visuelle Reize. Für diese fanden sie Vergleiche, die sich im Lauf der Jahrtausende wenig verändert haben. Dadurch, dass z.B. in der arabischen Lyrik immer und immer wieder die gleichen Bilder für die gleichen Dinge benutzt wurden, war es nach einer Weile nicht mehr...

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