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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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1.4 Religiöse Verklärung der Geliebten 111

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111 Wir wollen hier auf einige der häufigsten Motive der Huldigungen an die Frau in den Flamencoliedern eingehen: Die geradezu religiöse Verklärung der Geliebten, die Motive des Gartens, der Blumen, der Gestirne; die Beschönigung von Defekten; die pragmatische Anpassung der offensichtlich "zum Gebrauch" vorge- sehenen Liebeslieder; und eine ganz besonders hervorzuhebende Eigenart: Die Rolle der Düfte in Verbindung mit der Geliebten. 1.4 Religiöse Verklärung der Geliebten 1.4.1 Die Geliebte auf dem Altar. Manchmal erhalten die Huldigungen an die Geliebte geradezu religiös-verklärende Züge. Sie ist kein menschliches Wesen: Wie ein Heiligenbild soll sie auf einen Altar gestellt werden. (Damit ist sie in Immobilität gefangen, auch wenn die Heiligen- bilder durch die Tradition oft als handelnde Personen betrachtet werden316): Yo te quería querer, yo te quería adorar; yo te quería poner ensimita de un artar. RoMar Alma 100 Serrana, si fueses mía, te colocaba en un trono, y el trono sobre un altar hecho de plata y de oro. Díaz de Escovar 106 Die typisch spanische Reminiszenz an die goldstrotzenden Altäre und die "pasos", die während der Prozessionen in der Karwoche umherge- tragen werden, ist hier offensichtlich. Die Schönheit der Geliebten wird manchmal mit einer beliebten und bekannten Heiligenfigur gleichgesetzt, z. B. in der Strophe: Vente conmigo a mi casa, que yo diré a mi madre que eres la Virgen de Gracia. Cenizo Jiménez 77 Qué rebonita que era se parecía...

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