Show Less

Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

1.8.9 Verschiebungen in der Motivik 135

Extract

135 El naranjo de tu patio, cuando te acercas a él, se desprende de sus flores y te las echa a los pies. FC 249 1.8.9 Verschiebungen der Motivik Auffallend ist, dass der Vergleich der Lippen mit einer Nelke den alten (arabischen) Vergleich der Lippen wie Rubine383 abgelöst hat. Ebenso werden die Zähne der Geliebten nicht mehr mit Perlen verglichen, sondern mit "granitos de arroz": Tienes los dientes como granitos de arroz con leche. OrB 205 Was sollte einem Armen, der nie einen Rubin oder eine Perle gesehen hat, ein Vergleich mit Pretiosen? Er hält sich lieber an das, was er kennt und was auch der Angebeteten ein Begriff ist. Die Nelke ist die spanische Blume schlechthin, und in den sumpfigen Niederungen Andalusiens wächst Reis. Auch der Klatschmohn ist ein Vergleich, der der ländlichen Bevölkerung geläufig ist: Sales de tu alcoba, sales de tu alcoba coloradita como una amapola. OrB 190 ebenso wie die wilde weiße Lilie in der Obstplantage: Más hermosa eres que el sol, Que la nieve en el desierto, Que la rosa en el rosal Y la azucena en el huerto. RoMar 83 Die Reminiszenz an die Wüste stammt aus arabischer Zeit; in Al- Andalus wurde dieser Topos des ehemaligen Nomadenvolkes in der Dichtung beibehalten. Die wilde Lilie (statt der kultivierten) in der zu beackernden Plantage (statt im ästhetischen, aber nutzlosen Ziergarten) verweist wieder auf niederere Volksschichten. 383 Zu Rubinen siehe Abu-Rub S. 177

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.