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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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1.9 Gestirne 136

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136 1.9 Gestirne Manche Spanierinnen sind zu bedauern für ihre Vornamen: man nennt sie Concepción (Empfängnis), Inmaculada (Unbefleckte), Montserrat (wie das Kloster), Dolores (Schmerzen), Angustias (Ängste) oder gar Martirio (Martyrium). Manche hingegen haben mehr Glück und sind nach den Gestirnen genannt worden, die auch bei den Huldigungen eine große Rolle spielen: Estrella (Stern), Lucero (Morgen- bzw. Abendstern), Sol (Sonne), Luz (Licht), auch gerne in Zusammensetzungen wie Marisol, Mariluz. Luna, der Mond, taucht in der Namenreihe nicht auf384, wohl aber hat er seine Stellung als Vergleich in den Huldigungen behauptet. Das leuchtende Gestirn kann jeweils allein oder in Addition auftreten: Alles, was hell, klar und schön ist, zur Tages- oder/und zur Nachtzeit, ist geeignet zur Verherrlichung der Geliebten. Der Vergleich mit dem Gestirn kann sich auf die Augen, das Gesicht oder auf die ganze Person beziehen. Wir werden zuerst die Sonne, dann den Mond und als letztes die Sterne als Vergleichsobjekte untersuchen. 1.9.1 Die Sonne Fast immer bezieht sich im Flamenco die Bezeichnung "sol" auf ein weibliches Wesen, da fast alle Huldigungen an ein weibliches Wesen adressiert sind. Doch ist die Zuordnung nicht rigide. Deutschmann betrachtet "sol de los soles" als eine Anrede für den Geliebten und führt den Ausdruck auf einen hebräischen Superlativ zurück385. "Die Sonne ist das Symbol des Vaters und der königlichen Autorität,"heißt es auch bei Battistini386. Da durch die Kürze der Strophen oft nicht erkenntlich wird, wem die Anrede gilt, muss man...

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