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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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2. Die Ehefrau

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2.1 Texte zur Ehe: Das Problem der Abgrenzung. Im Vorwort zu den "Cantos populares" zählt Rodriguez Marín die Gruppen auf, unter denen er seine Liedertexte zusammenfasst. Als letzte Abteilung nennt er "Matrimonio" und fügt hinzu: "...esta última sección casi pro formula, pues el pueblo, que para todo lo afectivo tiene cantares, no los tiene ni en escaso número para celebrar la dicha conyugal. ¿Por qué?"418 Lavaur führt diese Abneigung auf eine typisch romantische Modeerscheinung zurück, die die volkstümlichen Lieder veränderte, wobei auch wiederum das Ambiente der Flamenco-Darbietungen ausschlaggebend war 419. Durch die Polysemie der Begriffe ist selten klar erkennbar, wie die Konstellation der Beteiligten ist. Die Polysemie ist hier ein Mittel, um sowohl Textsubjekt wie Textobjekt gezielt vage zu halten, und ermöglicht dadurch verschiedene Auslegungen. Da "compañera" sowohl Geliebte wie auch Gefährtin oder Ehefrau heißen kann, ist kein genauer Schnitt zwischen "vorehelich" und "ehelich" möglich - falls überhaupt ein Anruf vorhanden ist, der einen gewissen Anhaltspunkt gibt. In der hermetisch abgeschlossenen Welt des Ich und Du kann dieselbe Strophe eine ganz andere Färbung bekommen, je nachdem wer Textsubjekt ist. Als Beispiel möge folgende Strophe dienen: Lo que me pasa contigo a pedazos no lo pagas con el martirio que vivo. OrB 130 - In der ersten Zeile wird nicht genannt, worin das Schlimme besteht, was geschieht oder geschehen ist, um einen unertäglichen Zustand herbeizuführen. - Die zweite Zeile ist stark verknappt;...

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