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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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3.3.4.3 Die ursprüngliche Funktion der carceleras 215

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215 3.3.4.3 Die ursprüngliche Funktion der carceleras. Der langgezogene jondo-Gesang der carceleras war nicht nur ein Mittel, sich die Zeit zu verkürzen und dem Leid Ausdruck zu geben530, er diente auch dazu, mit der weittragenden Stimme Nachrichten zu übermitteln. Während der napoleonischen Kriege blieben die politischen Gefangenen auf diese Weise mit der Außenwelt in Kontakt, da die französischen Wächter, selbst wenn sie Spanisch konnten, den verzerrten jondo-Gesang nicht verstehen konnten531. Al silencio de la noche Canto yo en mi soledad: Bien sé yo, compañerita, Que me vienes a escuchar. Ortiz Nuevo 31 Überliefert sind uns jedoch überwiegend eher "persönliche" Nachrichten, die auf diese Weise den Aufenthaltsort und die zuständigen Behörden, die Haftbedingungen oder auch die bevorstehende Hinrichtung mit- teilen. Drei Tage vor ihrer Hinrichtung wurden die Gefangenen mit ihrem Beichtvater in die Kapelle gebracht. Diese Strophe weist also auf den unmittelbar bevorstehenden Tod des Gefangenen hin: Dile a la triste e mi mare Compañero, por tu bía, Que hoy me sacan de la carse Y me meten en capiya. Ortiz Nuevo 35 Geliebte bezeichnet. (Dámaso Alonso S. 75 f.) - Auch in den Flamencotexten finden wir das Thema des Liebesgefängnisses, in tändelndem Ton und stets mit der Hinwendung zum "tú". Diese werden jedoch nicht unter die Gattung der "carceleras" eingeordnet und mit anderen Melodien interpretiert. 530 Das Singen der Gefangenen war offenbar so üblich, dass CansinosŔAssens (1924, S. 45) es als Vergleich heranzieht: "Sent...

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