Show Less

Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

4. Die Schwiegermutter

Extract

4.1 Der realistische Blick auf die Mutter Das übergroße und in der westlichen Dichtung einmalige Mutterbild der Söhne verdrängt, dass sehr wohl auch andere kulturell-soziale Strömungen in den Coplas auszumachen sind. Arrebola streift nur kurz und nur mit einer einzigen Strophe553 diese Tatsache, die ansonsten allgemein negiert wird: "... notaremos que en muy pocas occasiones el amor a la mujer se antepone al de la madre, pero admitiendose su oposición a su amor filial: Mira qué mala es mi mare, porque te estoy manteniendo me echa la ropa a la calle. " Arrebola 59 Diese Strophe ist einmalig in ihrer Konstellation Sohn-Mutter und ihrer realistischen Darstellung. Es gibt aber eine Menge Coplas, wo die Mutter einfach die Mutter ist: Bezeichnenderweise ist es dann aber nicht die eigene Mutter (des Sohnes), sondern die Mutter der Geliebten. Da ist der Blick wesentlich freier und oft kritisch. In diesem Kapitel soll den einzelnen Stadien dieser Konstellation nachgegangen werden, ein sozusagen "chronologischer" Aufbau bot sich dafür an554. 4.2 Der Blick des jungen Mannes auf die zukünftige Schwiegermutter 4.2.1 Lob der Mutter der Angebeteten im frühen Stadium Ein junger Mann in Andalusien hatte früher nicht allzu viel Gelegenheit, ein Mädchen kennenzulernen. Nur bei den üblichen abendlichen Spaziergängen, bei denen sich alles auf der Straße trifft, war es für "anständige" junge Leute möglich, auf eine geradezu ritualisierte Form miteinander in Kontakt zu treten: nämlich durch das piropo. Die jungen Mädchen wandelten...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.