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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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4.5 Die verliebte Tochter: für den Galan, gegen die Mutter 238

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238 Wenn die Mutter die Liebenden ertappt, kann es leicht HandgreiflichŔ keiten geben: Comiendo pan y aceitunas561 m´a pillaito tu mare; a ti te arrastó del pelo, a mi me tiró a la calle. Canc. gran. 306 Wenn das Mädchen sich verheiraten würde, wäre die Mutter die schwere Bürde der Verantwortung los und brauchte dem Schutzheiligen Sankt Antonius, der zuständig ist vor allem für "verlorene Dinge" (bzw. Dinge, die verloren gehen könnten wie die Jungfernschaft ihrer Tochter), keine Kerzen mehr zu opfern, : Anda y dile a tu madre que tienes novio, que le apague las velas a San Antonio. Canc. gran. 305 Oder aber der Verehrer wendet sich von der Tochter ab, auch dann kann die Mutter in ihrer Wachsamkeit etwas nachlassen: Ve y dile a tu madre que ande reposá porque tu ropa junto con la mía no se va a lavar.562 OrB 515 4.5 Die verliebte Tochter: für den Galan, gegen die Mutter. Gegen die verliebte Tochter hat die Mutter mit ihrer Aufgabe, sie zu bewachen, einen schweren Stand. Und macht sich auch bei ihr als Aufpasserin nicht beliebt. In diesem Zusammenhang finden wir einige Texte, bei denen das Mädchen das Textsubjekt ist: 561 "aceitunas" ist hier durchaus im sexuellen Sinn gebraucht, wie oft in den coplas: "Anda diciendo tu madre/que tienes un olivar,/el olivar que tú tienes/es que te quieres casar." (Canc. gran. 302) Im gleichen Sinne auch "pan". Zu "pan" bringt DRAE u.a.: "pan...

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