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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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5.1.2.3 Die Frau versus "Hund" 255

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255 Schuchardt zitiert aus Lafuente die vierzeilige Strophe, wodurch der Sinn eindeutig wird: A mujer que sale mala No reñirle, ni pegarle; La cabra que tira al monte No hay cabrero que la guarde.(Laf. 58,1, zit. n. Schuchardt 286) Hier steht der Mann einer eigenwilligen Frau machtlos gegenüber, er fühlt sich aber auch entschuldigt durch dieses Sprichwort. Die Überlegung, ob das Verhalten der Frau eine gewisse Berechtigung hat, wird ausgeklammert: Nur der Mann wird bedauert, und das Verhalten seiner Frau wird wie ein vom Himmel gesandtes übles Schicksal betrachtet, dem der Mann nicht mehr entrinnen kann. 5.1.2.3. Frau versus Hund. Manchmal werden die Tiere sogar höher als die Frau eingestuft. Der gemeinsame Nenner ist im folgenden Text der lange Hals: Más bale queré a un gargo Que queré a una mujé Que tenga er pescueso largo. Demof. 56 Demófilo fügt als Kommentar hinzu: "Esta, aunque no muy galante, graciosísima [!] copla..." (S.66, Hervorhebung von mir.) - Der liberale Geist Demófilos erstreckt sich nicht bis auf das Frauenbild. Ein Hund empfindet Dankbarkeit, eine Frau ist dazu nicht fähig: Si el queré que puse en ti Lo hubiero puesto en un perro, Se biniera etrás e mí. Demof. 69 591 Auf die Undankbarkeit der Frau beziehen sich die beiden nächsten Strophen, die von einem Sprichwort abgeleitet sind: 591 In einer weniger vulgären vierzeiligen Form heißt es: Si el querer que puse en tí tan fino y tan...

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