Show Less

Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

5.1.3.1 Unbeständigkeit 258

Extract

258 "Laster der Eitelkeit" anprangern? Wozu den "Stolz" verdammen, stellt doch gerade die "stolze Haltung" ein besonderes Merkmal des attraktiven Flamencotanzes dar? Was bliebe von der Anziehungskraft eines tablaos übrig, wollte man die "Leidenschaft" eliminieren? Das (vor allem) männliche Publikum würde sich zu Tode langweilen und wegbleiben, das Etablissement wäre ruiniert. Ebenso wäre die Geißelung von Gefräßigkeit, mehr aber noch der Trunksucht in diesem Milieu völlig fehl am Platz. Wer sich dahin begibt, weiß, dass er zu essen, mehr noch: möglichst viel zu trinken hat; die Bühnenkünstlerinnen dürfen einen ausgegebenen Drink nicht ablehnen. Moralpredigten gehören nicht an diesen Ort: Es ist finanziell besser, niemanden (auch nicht über den Umweg der Frauenschelte) daran zu erinnern, dass er an diesem Ort mehreren Lastern zugleich frönt. 5.1.3.1 Unbeständigkeit. Etwas anders sieht es mit den Untugenden von Launenhaftigkeit und Wankelmut aus. Zum einen befriedigt es diejenigen Männer, die die Frau nicht gerne verherrlicht sehen möchten, wenn sie in dieser Weise von der Frau gesungen hören. Zum anderen dient es im Ambiente des tablao einer gewissen Pikanterie und erotischen Aufgeladenheit. Im folgenden Text gibt die Mehrfachbedeutung von "aire" als "Luft" und als "Aussehen, Anmut" sowie "(unentschieden) in der Luft hängenŔ bleiben" ein hübsches Wortspiel: Yo me enamoré del aire, del aire de una mujer; como la mujer es aire, en el aire me quedé. OrB II 271 Ebenfalls ein Spielen mit dem Wortsinn Ŕ den Namen Laura...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.