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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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5.3.6 Folgerung 281

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281 Le ciel ouvert, la vie errante, pour pays l´univers, et pour loi ta volonté, Et surtout la chose enivrante La liberté! La liberté!660 Finden wir zu diesem Thema in den Flamencoliederstrophen ein Pendant? Die Antwort fällt negativ aus. Wir werden beim Thema der ersehnten Freiheit zurückgeworfen auf die carceleras. Bei diesen findet sich jedoch nicht die romantische Freiheit des "Freien Lebens" ohne Gesetze, ohne Obrigkeit, ohne bürgerliche Zwänge661, sondern ganz konkret der Wunsch eines Inhaftierten nach einem Leben ohne Gefängnismauern. Und wir hören nur die Stimme des Mannes, der von der Freiheit träumt, nicht die Stimme der Frau, die ihre (unsichtbaren) Gitterstäbe der Konventionen sprengen möchte Ŕ(von der Freiheit, sich immer wieder einen anderen Partner auszuwählen, ganz zu schweigen). 5.3.6 Folgerung. Das Thema der femme fatale, das durch den Carmen- Mythos als das Thema schlechthin der Flamencolieder betrachtet werden könnte, taucht also verhältnismäßig selten, und wenn, dann nur sehr vage oder bruchstückartig in den Texten auf. Es ist daher festzustellen, dass der Typ der femme fatale durch die Polysemie der überaus kurzen Flamencostrophen jeweils in Teilen abgedeckt werden kann, aber nicht explizit evoziert wird bzw. werden kann. Der alte Gegensatz, dass die Frau "außen schön, innen schlecht" ist, kann zwar in den Strophen erfaßt werden, doch die Folgerung, dass gerade diese gewisse Verderbtheit eine Faszination ausüben könnte, ist in den Strophen nicht nachvollŔ ziehbar, das Thema der femme...

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