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Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

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Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

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1 Der zeitgenössische englische Roman

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21 1. Der zeitgenössische englische Roman Das vorlegende Kapitel soll zentrale Parameter des zeitgenössischen englischen Romans darstellen. Trotz der Einbeziehung vielfältiger experimenteller Erzähl- formen und -techniken lässt sich allgemein eine Tendenz zum gemäßigt post- modernen Erzählen feststellen, die die Möglichkeit der narrativen Darstellung außersprachlicher Realität nicht verworfen hat. Die vielfältigen Grenzüber- schreitungen zwischen der Erzählliteratur und anderen Medienformen wie der Musik sind hierbei von besonderem Interesse. Schlagworte wie Hybridisierung und Gattungskontamination kennzeichnen vielfältige intermediale Kontakte, die Gattungskonventionen erweitern. Zwar sind Grenzüberschreitungen zu anderen Künsten keinesfalls ein Phä- nomen, das auf die postmoderne Literatur begrenzt ist, wie die Auseinander- setzung mit Kunst und Malerei in Romanen wie Oscar Wildes The Pictures of Dorian Grey (1895) oder Virginia Woolfs To the Lighthouse (1927) illustrieren. Ein frühes Beispiel, Darstellungsformen wie das musikalische Prinzip des Kont- rapunkt erzählerisch umzusetzen, stellt der Roman Point Counter Point (1928) von Aldous Huxley dar. Dennoch ist die Überschreitung der Grenzen zwischen verschiedenen Medien und Genres ein Kennzeichen insbesondere der zeitgenös- sischen Literatur. So strebt Anthony Burgess in der fiktiven Biographie Napole- on Symphony (1974) eine Annäherung an Beethovens Dritte Symphonie Eroica an, Adam Thorpe weitet das Spektrum intertextueller und intermedialer Refe- renzen in Ulverton (1992) auf audio-visuelle Medien aus.13 1.1 Die Rückkehr zum Erzählen und innovative Tendenzen Am Ende des 20. Jahrhunderts kann die Vielfalt literarischer Erscheinungsfor- men eines Landes im Schriftsteller ambivalente Reaktionen ausl...

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